von der ringförmigen Sonnenßnsternifs am 7 . Sept. 1820 . 63
Gleich nach meiner Ankunft in Cuxhaven suchte ich die dort vonHamburg aus Vorgesetzte Magistratsperson, Herrn Senator Abendroth,mit dem Zweck meines Aufenthalts bekannt zu machen, welchem durchgefällige Theilnahme seiner wissenschaftliche Resultate und nützliche Unter-nehmungen zu fördern gewohnten Thätigkeit vollkommenere Erreichunggesichert wurde. Ein für Beobachtungen bequemes Local suchte ich am Ha-fen und in der Nähe des Leuchtthurms. Dieses zu finden würde nochschwieriger gewesen sein wenn nicht wegen schon vorgerückter Jahreszeitvon den das dort so vortheilhaft als bequem, nach Lichtenbergs veranlas-sendem Gedanken, unter dem Amtsvorstande des Hm. Senators Abendroth,angelegte Seebad im Sommer zahlreich Besuchenden nur noch wenige sichaufgehalten hätten. Es gelang zwar einen nach den zu umfassenden Him-melsgegenden freien Wohnort zu finden, doch nicht dem Leuchtthurm sonahe als ich wünschte. Den Thurm selbst zu benutzen war mir bereitwil-ligst erlaubt, auch hatte der Kommandeur des Hafens, Herr Janssen, dieGefälligkeit mich in denselben zu führen, allein sein innerer Bau hindertein demselben von Instrumenten Gebrauch zu machen. Dies liefs auch be-fürchten auf der kleinen Insel Neuwerk , wo aufser zweien Leuchthürmennur noch kleine Wohnungen für die Hüter sich finden, wegen einer Beob-achtungsstelle in Verlegenheit zu gerathen. Diesen, sonst der centralen Ver-finsterungslinie näher als Cuxhaven und etwa zwei Meilen westlicher gele-genen Punkt vorher zu untersuchen, fehlte es an Zeit, weil kein Tag denBeobachtungen entzogen werden konnte. Da man aber nach dieser, obwohlim Meere und mehr als eine deutsche Meile vom nächsten Ufer gelegenenInsel am sichersten zu Wagen fährt, so ist man genöthiget, während einervollen Fluthperiode, vom Wasser rings umgeben dort zu bleiben, wenn mandie’ Rückreise nach dem Lande nicht zeitig genug antritt, um auf derselbenvon der nacheilenden Fluth nicht ergriffen zu werden. Mehrere Gründebestimmten mich dann auch die Beobachtung auf Cuxhaven zu beschränkenund das gute Gelingen einer einzigen lieber dem Zufalle der Witterung alleinzu überlassen, als doch ungewifs minder zuverläfsige Resultate zu erhalten.
Der 5te September war ein regnichter Tag, und konnte nur zu er-forderlicher Einrichtung und Bereitsetzung der Instrumente benutzt wer-den. Ich hatte den Verdrufs das Durchgangsfernrohr in unbrauchbaremZustande zu finden, welches neben dem gewöhnlichen Gebrauch für dieZeitbestimmung auch die Breite des Beobachtungsortes mit Zuverlässigkeit