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Zweiter Band.
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§. 4. Die neapolitanische Schule.

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genannt lo Zingaro. Man setzt die Lebenszeit dieses Künst-lers in die Jahre von 13821445; die ihm zugeschriebenen Werketragen aber mehr das Gepräge der zweiten Hälfte des 15. Jahr-hunderts. Sie halten zum Theil eine eigenthiimliche Mitte zwi-schen der Schule von Umbrien und der des oberen Deutschlands ;in dem Ausdruck einer süssen, holdseligen, obschon keineswegserhabenen Milde sind sie ungemein anziehend. Vielleicht deutetdiese ihre Eigenthiimliehkeit auf ein verwandtschaftliches Ver-hältnis« zur altspanischen Kunst; was wir über die letztere wissen,stimmt mit solcher Richtung wohl überein, und die politischenVerhältnisse der Zeit machen die Vermuthung wenigstens nichtunwahrscheinlich. Vornehmlich gilt dies von den, als Zingarobenannten Gemälden des Museums von Neapel , sowie von meh-reren Altarbildern dortiger Kirchen. Etwas anders, doch wiede-rum sehr bedeutend, erscheinen die ihm zu^eschriebenen (leiderbeschädigten) Fresken im Klosterhofe von S. Severino, aus derGeschichte des h. Benedict: diese zeichnen sich u. a. auch durchdie meisterhafte Ausbildung der landschaftlichen Gründe aus.Die Bilder der Brüder Pietro und 1 ppo 1 i to Do n z el 1 i, Schü-ler des Zingaro , haben in ähnlicher Richtung ebenfalls einenbedeutenden Werth. Vollkommen in flandrischem Styl concipirtund selbst gemalt sind erst die Bilder eines andern Schülers,Simone Papa des altern, im Museum von Neapel . Ausderselben Schule war, um den Schluss des Jahrhunderts blühend.Silvestro de Buoni hervorgegangen. Seine Werke, undnamentlich sein höchst reizvolles Altarbild in S. Restituta (nebendem Dome). gehören wiederum zu den schönsten Leistungen derneapolitanischen Kunst. Antonio dAinato, Schüler desSilvestro, soll sich nach Werken des Perugino gebildet haben,was auch die ihm zugeschriebenen Gemälde bestätigen.