Band 
[Bände 1 und 2.]
Seite
154
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Minute zu verlieren ist, und Alles auf die Stunde eingerichtetbleiben muß.

Wir haben nun unsere Abreise auf kommenden Sonntag fest-gesetzt, also auf den 2l. Mai/ ich werde Dir nun zuerst ausLondon wieder schreiben. Die Reise wird zum allerwenigsten sechsTage kosten, so daß wir also den 27. oder 28. in London seinkönnen, wo ich dann gleich Nachricht von mir gebe.

Küsse unsere Kinder herzlich.-

Denke oft Deines Dich innig liebenden

Schinkel.

6 .

(London , Freitag, den 26. Mai.)

Meine theuerste Susanne. Bis jetzt ist das Glück mir ebenso günstig gewesen, als auf meiner italienischen Reise/ alle DeineBriefe für Paris und auch den letzten durch Gras Dankelmann')in London habe ich erhalten und mich unendlich über Euer allsei-tiges Wohlbefinden gefreut. Zn Paris habe ichKleinigkeiten für die Kinder gekauft, für Karl aber, wenn er sichrecht gut benimmt, eine hübsche, kleine silberne Uhr, die ich ausder Reise selbst benutze und bis jetzt recht richtig gehend gefundenhabe. Sag' ihm dies, liebste Susanne.

Von meiner Reise muß ich Dir nun einige Worte sagen.Sonntags früh um neun Uhr den 21. Mai verließen wir Paris bei heiterem Wetter. Das Frühlingsgrün und die Blüthen bleibenin diesem Fahr ungewöhnlich lange, weil es noch nicht heiß wird/dies machte unsere- Reise sehr angenehm. Wir kamen Abends inBcauvais an, wo große Kirchenprocession war, die sich in Frank­ reich sonderbar ausnimmt/ man begreift nicht, wo so schnell dieseMasse von Geistlichkeit hergekommen ist. Sehr viel Frauenzimmerfolgten/ den Segen des Bischofs habe ich auch empfangen. Nach

°) Der einzige Sohn des Königlich preußischen Iustizministers und damaligerBesitzer von Groß-Peterwitz unweit Breslau .