Band 
[Bände 3 und 4.]
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9. Ein Schreiben Schinkel'san Seine Königliche Hoheit, den Kronprinzen sjetzigen König Maximilian II. von Baiern,den Bau eines Kvmgspalastes in Athen betreffend.')

Ew. Königliche Hoheit

haben die Gnade gehabt, durch das Schreiben des Secretairs Ew.Königlichen Hoheit, Herrn Wendland, mir die folgenden Fragenw Beziehung eines zu bauenden Residenzpalastes für Se. Majestätden König von Griechenland zur Beantwortung vorlegen zu lassen:

1. ob es überhaupt ein Ideal der Baukunst gäbe oder nicht?

2. ob es für Griechenland eins gäbe, und welches es sei?

3. welche namhaft zu machenden Werke es über diesen Gegen-stand gäbe?

Die beiden Fragen sä l. und 2. werden sich allgemein nurdahin beantworten lassen, daß

das Ideal in der Baukunst nur dann völlig erreicht ist,wenn ein Gebäude seinem Zwecke in allen Theilen und imGanzen in geistiger und physischer Rücksicht vollkommenentspricht.

Vermuthlich stammt dieses Schreiben, welches wir nach dem in Schinkel'shinterlassenen Papieren vorgefundenen Concepte mittheilen, aus dem Jahre 1834oder 1835, wo die Pläne zur Restauration der Akropolis , behufs eines Palasteslür Se. Majestät den König Otto von Griechenland, von Schinkel entworfen wurden.Die Original-Zeichnungen hierzu finden sich im Schinkel-Museum, MappeXXXV. b.,44. Bekanntlich blieb dieses großartige Projekt unausgeführt, und Klenze bautestatt dessen einen architektonisch wenig ausgezeichneten Stadtpalast für Se. Majestätd°n König Otto in Athen .