Band 
[Bände 3 und 4.]
Seite
383
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0. Weitere Gedanken, welche in der Vorrededes architektonischen Lehrbuchs ihren Platz finden sollten.

(Blatt 6.)

Die Worte des Raisonnements oder auch der Poesie, durchwelche Gegenstände der unmittelbaren Anschauung behandelt wer-den, wirken in der Regel unbestimmt, oder falsch, oder gar nicht/denn die Erfahrung lehrt, daß ebensowohl Kunstgelehrte, ja selbstManche Dichter in Worten den besten Geschmack verkünden undoffenbaren, und wenn sie vor die Kunstwerke selbst treten, ganzohne Bildung, geschmacklos und roh erscheinen in Aeußerungenüber das, was ihnen dort Freude erregt. Worte sind vieler Deu-tung und Mißverständnisse fähig, wenn es auf dasjenige ankommt,was unmittelbare Anschauung erzeugen und durch solche wirksamsein soll. Hier ist Darstellung des Gegenstandes durch Kunst daseinzig sicher Belehrende. Das erläuternde Wort kann nur Zugabe,Leitfaden für die Folgenreihe') werden. Dem Künstler sind die ge-wöhnlichen Raisonnements immer zu lang, er liest sie nicht undwill sie nicht/ den Gelehrten und Laien bringen sie selten in derWahrheit weiter, und ihnen ist es höchst ersprießlich, wenn sie sichan der unmittelbaren Anschauung gewöhnen zu empfinden, zu su-chen und sich den Gegenstand und die Empfindung über ihn klarM machen. Dies ist der Grund, weshalb ich versucht habe, eineneue Form in diese Materie zu bringen, die nur als ein Versuchangesehen werden darf, die tausend Verbesserungen fähig sein wird,die ich aber aus dem Wege meiner Bildung nicht besser erreichenkonnte/ doch glaubte ich es der Sache schuldig zu sein, wenigstensschwach anzudeuten, daß es einen Weg gäbe, der eine direktereRichtung zum Ziele hätte, als die bisherige. Man wolle also Nach-sicht haben.

*) Der bildlichen Darstellungen, die Schinkel in seinem Werke mitzutheilen dieAbsicht hatte.