Von Aussetzung der Posten. 95
Zaghaftigkeit in seinen Anstalten zeigt, so breitet sich gleich,auch unter den tapfersten Soldaten, ein Panisches Schre-kku (kerreur prnigae) aus, und es ist alles verkohlen; daZegentheils auch mittelmäßige Soldaten tapfer und uner-schrocken werden, wenn sie glauben, sich auf die TapferkeitKlugheit ihres Anführers verlassen zu können.
. H. 179. Was nun die Posten selbst betrift, so wollenwir sie, nach der Verschiedenheit der oben erwähnten Trup-pen, abhandeln, und von leichter Reiterey anfangen.
Da das Absitzen der Dragoner gar nicht mehr in Ge-"rauch ist, so habe ich nicht nöthig, sie besonders abzuhan-deln, sondern kann sie mit zu den Husaren rechnen.
Die leichten Truppen sind einer Armee von sehr gro-dem Nutzen, zumal wenn' sie gezogener als Cosacken undKalmücken sind, weil letztere nur die umliegenden Gegendenverheeren, und ihre eigene Armee dem Mangel aussetzen»Die Regel, seinen Feind allemal die Art von Truppen ent-Lrgen zu stellen, mit denen er angreift, findet besonders bey^r Reikerey statt; Denn wenn der Feind einem an leichterReiterey überlegen, und man Zenöthiget ist, ihm sogar aufden Vorposten schwere entgegen zu stellen, sb ziehet man ge»nuß den Kürzern; Denn zu geschweige«, daß ein Küraßier,lowohl an Pferd als Rüstung, weit höher als ein leichterReiter, zumal von irregulairen Truppen, kömmt, so stehen?uch von erstem weder Mann noch Pferd das beständige"^unruhiger, und die Strapazen aus.
. Die Kayserliche Armee erfuhr dieses Anno 1762.nachdem die Preußen nicht allein ein Pulk sogenannte Bos-niacken oder Türken von 2200 Pferden errichtet hatten, son-dern auch die Russen von den Kayserlichen abgegangen, undzu ihnen gestoßen waren; Da denn ihre schwere Reiterey
mit der leichten zuglxjch Dienst thun mußte, und gegen dieelchtberittene feindliche Parthien, die noch dazu gemeini-8"ch in größerer Anzahl kamen, fast allemal einbüßte.
. /8o. Die Feldwachen und Posten der Reikerey
'uuisen niemalen eingeschlossen, oder so gesetzt werden, daß
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