ioo l- Theil. IX. Hauptstück.
und dicke mit brennbarer Masse bestrichen: allein die Son-ne und Witterung hatten alles heraus gezogen und abflie-ßen lassen, so daß, da zumal das Stroh derb geflochten, eSkeine Möglichkeit war, sie zum Brennen zu bringen; ichließ das Seil und den Kopf aus einander reißen, und den-noch war es nicht in Flamme zu sehen.
Da nun die Folgen solcher elenden Larmstangen fürdie Menschheit und den Herrndienst sehr schrecklich und trau-rig werden können, so halte es für Pflicht, denen, die keineArtilleristen sind, zu sagen, wie ich solche als Feldingenieur,ohne Beyhülfe der Artillerie, aus Dingen, die allenthalbenzu bekommen sind, verfertigen würde.
Man nimmt ein Fäßchen, ohngefahr i Elle hoch,laßt oben und unten eiserne Reifen darum legen, und denuntern Boden übers Kreuz mit blechernen oder dünnen ei-sernen Bändern befestigen, weil sonst bey großer Hiße diehölzernen Reifen ab-und das Faß aus einander springen würde.
Nunmehro schmelzt man auf gelindem Kohlfeuer ineinem Kessel, (wozu man im Nothfall Feldkessel nehmenkann>) so viel Pech, als man das Faß zu füllen für nöthigachtet; wenn eö zergangen, gießet man etwas Lein-oderRübesaamenöl, ohngefähr auf jedes Pfund Pech i Loch ge-rechnet, darunter, und rühret es unter einander, (wobeydie Vorsicht zu gebrauchen, daß es nicht zu kochend werde,.und sich entzünde,) thut auf jedes Pfund Pech i Loth Pul-ver und z Loth gestoßenen Schwefel, oder auch, wenn sol-cher nicht zu haben, Schwefelfaden dazu, und rühret allesmit einem Holze gut unter einander, wobey aber der Kesselvorhero vom Feuer genommen seyn muß, weil es sich sonstentzünden könnte. Alsdenn nimmt man etwas Werg oderHanf, doch nicht zu viel, damit der Satz nicht zu dicke wird,zupfet solches, und streuet es auch hinein, indem ein ande-rer immer alles unter einander rühret; sollte dadurch da§Pech zu kalt werden, so bringt man den Kessel wieder überKohlen-oder gelindes Feuer, damit sich alles gut unter ein-ander mischen lasse, wobey aber alle Vorsicht zu brauchen,