Buch 
Darstellung der merkwürdigsten Schweizer-Schlachten vom Jahr 1298 bis 1499 : nach den Grundsätzen der Strategie und Taktik beschrieben von / Franz Ludw. v. Haller von Königsfelden
Entstehung
Seite
199
JPEG-Download
 

199

und mit den gefundenen Verrathen an allerlei Lebensmittelnihre erschöpften Kräfte jetzt wieder stärkten; alsdann ver-richteten sie knieend ihr Dankgebet für den erfochtenen Siegauf dem Schlachtfelde selbst, besorgten ihre eigenen, wieauch die feindlichen Verwundeten, deren beiderseits nichtwenige waren, und sandten Eilboten in alle mitverbündeteKantone, um ihnen dieses wichtigen Sieges Kunde zu geben.

So endigte sich diese blutige und ewig denkwürdigeSchlacht, welche in der schwülsten TageShitze mehrereStunden nacheinander mit abwechselndem Glücke gedauerthatte; beiden Theilen kostete sie sehr viele treffliche undberühmte Krieger, und fast alle Anführer, weil dieselben ihreeigne Person keineswegs schonten. Auf Seite der Eidsgenossenblieben folgende Ehrenmänner, worunter fast alle Hauptleuteund des Adels in den Vierwaldftätten, todt auf dem Platze,nämlich:

1) Junker Petermann von Gundoldingen, ^) Schultheißzu Luzcrn, der Eidsgenossen oberster Feldhauplmann;

2) Junker Heinrich von Moos , Alt-Schultheiß daselbst,Landmann zu Schwyz und Uri, des Vorgenannten obersterLieutenant;

3) Junker Stephan von Silinen, Herr zu Silinen undKüßnacht, Sandmann zu Schwyz , Schwager des Alt-Schultheißen von MooS (alle drei von Luzern );

4) Herr Conrad, Kastvogt von Attinghausen, Ritter,Landammann von Uri , des Frauenstifts zu Zürich Meyer,deren von Uri Hauptmann;

Gundoldingen starb an seinen Wunden auf dem Schlachtfelde,wo man ihm umsonst Hülfe zu leisten gesucht hatte; das mitseinem und anderer Schweizer , auch feindlichem Blute be-spritzte Banner habe ich (1786) im Zcughansc zu Luzern selbstgesehen. Das Dörfchen Gundoldingen , wo das Stammhausdieses alten und edlen Geschlechtes stand - kaum 3 bis 4 Häuser-liegt zunächst zwischen Semvach und dem Schlachtfelde.