wodurch sie sich selbst vor der reichern Classeder Portugiesen hier sehr auszeichnen, zu be-friedigen.
Man rechnet in Macao ia bis 15000 Einwoh-ner, wovon indefs die meisten Chinesen sind,welche sich dieser Stadt so sehr bemeistert ha-ben, dafs man selten einen Europäer in den Stra-fsen sieht, Priester und Nonnen allenfalls ausge-nommen. ,,Wir haben hier mehr Priester alsSoldaten,” sagte mir ein hiesiger Bürger, undin der Tliat ist diese Spötterei, im buchstäblich-sten Sinne genommen, wahr. Die Anzahl derhiesigen Soldaten beläuft sich nur auf i 5 o, un-ter welchen nicht ein einziger Europäer sich be-findet. Sie sind alle Mulatten aus Macao undGoa . Selbst die Officiere sind nicht alle Euro-päer. Mit einer so kleinen Besatzung halt esschwer, vier grofse Festungen zu vertheidigen.Die den Chinesen eigentümliche Insolenz findetin dieser Schwäche des Militärs hinlänglichenGrund, Beleidigungen auf Beleidigungen zu häu-fen. Es wäre zu wünschen, dafs, da die politi-sche Existenz Portugals als unabhängiger Staatin Europa so sehr precär geworden ist, irgendeine Europäische Macht Besitz von Macao nähme, ehe die Portugiesen selbst den Chinesen,Macao übergeben; und dies kann fast nicht aus-bleiben, da Portugal nicht im Stande ist, seineBesitzungen in Ost-Indien zu erhalten, und Ma cao ' nur von Goa aus unterstützt werden kann.Goa war schon you den Engländern besetzt, und