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ziehung stehen, von Wichtigkeit sind. Am letztenTage meines Aufenthaltes legte mir der Bi-bliothekar, Herr Stpffe, eine Reihe von erm-ländischen Handschriften vor, in denen ich zweilängere Aufzeichnungen von Copernicus eigenerHand, sowie sonstige Acten über ihn verzeichnetfand; die übrigen Handschriften stammen sämmt-lich aus dem Jesuitenkloster zu Braunsberg(es sind die Matrikeln, das Examenprotokollmit sämmtlichen gestellten Fragen und Antwor-ten, eine Sammlung der von den Ordensobernergangenen Verfügungen und ähnliche Sachen);überhaupt befindet sich, wie ich mich zu über-zeugen Gelegenheit hatte, die gesammte Biblio-thek der Braunsberger Jesuiten in Upsala; fastjedes 10. Buch unter den ältern Sachen istdieser Abstammung. Die Untersuchung war da-durch eine langwierige, daß das Bibliotheksge-bäude einem Umbaue behufs Einrichtung vonWasserheizung unterlag, die Bücher dadurchtheils an andere Orte, als die gewöhnlichen,gebracht worden waren, theils durch vorgeklebtegroße Bogen Papier vor der Entfremdung sei-tens der Arbeiter geschützt waren; die Aufsu-chung der von mir gewünschten Bücher war da-her eine sehr beschwerliche, doch unterzogen sichdie Beamten der Bibliothek derselben in soaufopfernder Weise, daß nur eins der von mirgeivünschten Bücher nicht aufgefunden wurde,freilich eines, auf welches ich sehr gespannt war,die Lpistolaa clivarsorum Philoso-phorum, Venetiis 1499, aus welchen Co-pernicus den Tlieopliylakt übersetzt, und vondem sich ein Exemplar nachweislich in Frauen-burg befunden hat. Wäre das upsalenser unddas frauenburger Exemplar dasselbe, so würdees doch sicher das Handexemplar des Copernicusgewesen sein, dessen Bibliothek mit verschwin-dender Ausnahme der Dombibliothek einverleibtwurde, und so vielleicht für die Beurtheilung