Band 
Fünfter Band.
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Von den Gefahren der Dolbeeren oderSchlafbeeren.

Aiese vergiftige Pflanze ist um so viel gefährlicher,als die Beeren derselbtgen an der äußern Gestalt mitden Kirschen eine Aehnlichkett haben, auch dem Mun-de einen nicht unangenehmen süßlichen Geschmack ge-hen / welches insonderheit für die Jugend sehr ver-führerisch ist. Daher dieselbige mit desto grössererSorgfalt davor zu warnen.

Die Pflanze hat verschiedene deutsche Namen; ei-nige nennen fie Wolfsbeer , andere Dollkrant, Toll-kirschen , Schlafkraut, Schlafbeer, Teufelsbeer.Diese Namen beziehen sich alle auf die schädliche Wir-kungen derselbigen/ insonderheit derer Beeren; indemsolche erstlich ein Würgen und Zusammenziehen desSchlundes , verhindertes Schlucken, Trökne der Zun-ge , hernach Hitzen, Herzklopfen, Schwindel, gichtrt-sehe Zuckungen und Verdrehungen der Glieder, Auf-bäumen des Leibs erwecken, worauf endlich eineSchlafsucht und Raserey fokget, in welchem Fallschwerlich mehr zu helfen ist, sondern meistens derTod erfolget. Die Gefahr ist um so viel grösser, dadiese Frucht nicht so wie andere Gifte ein Erbrechenerweckt und also selbst zu ihrer Wegschaffung hilft,sondern vielmehr zusammen ziehet, verdickt und ver-stopft , und also sich selbst in dem Leib einschließet.

Es sollen demnach die Eltern ihre Kinder sorgfäl-tig verwarnen, daß sie, wenn sie in die Wälder ge-hen, oder den Hägen nach spazieren, sich vor dieserFrucht sorgfältig hüten, und ihnen deswegen die Pflan-ze wohl bekannt machen.

Sie wächset am liebsten und fettesten an schattich-ten Orten den gestreuchigen Hägen nach, sehr häu-stg in den Wäldern in jungen Hauen, doch häufiger