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wie mir Herr Armstrong erzählte, dem Gou-verneur dieser neue Zuwachs von Macht iiber-bracht worden seyn. Was die Regierung dazubewogen habe, konnte ich nicht erfahren. Zwarkann eine so unumschränkte Gewalt in den Hän-den eines aufgeklärten und wohldenkenden Man-nes, wie der Marquis de Ca hi gal seyn soll,nicht schädlich seyn ; wer bürgt aber dafür,dafs ein despotisch denkender zügelloser Menschnicht einst diese Stelle bekleiden wird! Wiesehr hier die Freiheit eines Bürgers einge-schränkt ist, sieht man schon daraus, dafsNiemand ohne Erlaubnifs des Gouverneurs aufdie Rhede , nicht einmal zum Besuch, fahrendarf.
Die Jahreszeit war zwar schon ziemlich weitvorgerückt; wir fanden aber dennoch einenÜberflute an Weintrauben, Pfirsichen, Citronen,Apfelsinen, Melonen, Zwiebeln und Kartoffeln.Alles war indefs im Verhältnifs aufserordentlichtheuer. Auch ist der Preis des Weins in eini-gen Jahren sehr gestiegen: denn ich bezahlte90 Piaster für die Pipe, welche sonst nur 60zu kosten pflegte. Doch ist er gut, und ver-bessert sich durch eine lange Seereise sehr,wenn er gleich dem Madeira Weine nicht gleichkommt. Da die schlechtere Gattung des hiesi-gen Weins nur um 15 Piaster wohlfeiler war,als die bessere, so kaufte ich zum Gebrauchder Matrosen blofs von der guten. Der Brannt-wein, der hier gemacht wird, ist schlecht, und