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auf den Leib zu kommen, während man mit vorgestrecktemlinken Arme st ring irrt, nemlich ohne einen Schlag aufdie Länze zu geben, durch einen Druck längs der Pickefährt, bis man dem Reiter so nahe kommt, baß er keinenGebrauch mehr von seiner langen Waffe machen kann.
Zu diesem Ende wird das Gewehr so gehalten, daß manden Gegner gut sehen und daß der ganze Körper vor dem ge-raden Stoß der Lanze, gedeckt werden kann; der Kolbe istnach oben und das Bajonet nach unten zu gekehrt, der rechteEllbogen ist in gleicher Höhe mit den Augen, die rechteHand eine starke Spanne vom Gesicht entfernt und der rechteBorarm wird horizontal gehalten; der linke Arm wird vor-wärts ganz ausgestreckt, damit die Bajonetspitze so weitmöglich vorwärts, aber nicht zu weit rechts vom Leibe kom-me und man die Spitze der Lanze geschwinder auffangenkann. Jeder Stoß wird mittelst Erhebung deS linken Armspariert, der Kolben schnell abwärts und soweit zurückgezogen,daß der Infanterist sein Bajonet, mit der gehörigen Schnell-kraft in des Reiters Gesicht schwingen, oder ihn ohne LoS-lassung der linken Hand, durchbohren kann.
Wenn der Lanzenreitcr, statt zu karakoliercn, gerade aufden Infanteristen loSreitet, so laufe dieser sobald erin dessen Nähe kommt, wohlbedacht, in gemessenen Schrit-ten demselben entgegen, (weil schon das Entgegenlaufen die mei-sten Pferde scheu macht) lasse aber nie die Spitze der Lanze ausden Augen; sobald der Reiter die Lanze gegen den Infante-risten schwingt, fange dieser die Spitze derselben auf, eiledem Gegner während des StringierenS auf den Leib, unddurchbohre ihn, bevor er die Lanze zurückziehen kann.
Gefecht in geschloßener Ordnung, defensiv.
In geschloßcner Linie zur Defensive aufgestellt, machtdie Infanterie von ihrem Feuer Gebrauch; wenn aber diefeindliche Infanterie des Schießens ungeachtet zum Angriffeindringt, darf man den Schock nicht stehenden Fußes ab-warten, sondern das Feuer muß eingestellt, und dem Feindauf ungefähr 20 Schritt entgegen gestürmt werden.
In der Nähe deS FeindS wird cavirt und das erste Gliedtrachtet dessen Reihen durch gut angebrachte Stiche zu lich-tem. Weicht der Gegner, so wird er einige Schritte ver-folgt und alles was unter das Gereich deS Bajoncts kommtniedergemacht; im entgegengesetzten Fall tritt das furchtbareHandgemeng ein, allwo sämmtliche Mannschaft Antheilnimmt und durch geschickte Stöße den Feind zu besiegensucht. Müssen wir weichen, soll es mit gemäßigten Schrittenbis auf die Reserve geschehen.
Angriff in geschloßener Ordnung.
Bei dem Angriff der Infanterie gegen Fuß-volk, wird alles auf die Geschicklichkeit im Gebrauch deS