Ein ferner auf den Geist des Offizier-KorpS sehrwesentlich einwirkender Umstand war oas Anziennc-täts-System, welches jeden« Offizier die Aussieht zurhöchsten inilitairischen Würde darbet, ebenfalls einVorzug des Preußischen Diensts, gegen den andererMächte, wo nur das Hinaufrücken bis höchstens zumHauptmann oder Bataillons-Chef möglich war, dieHöhen, Stellen aber durchgehendö von jungen Män-nern aus dein vornehmen Adel besetzt wurden. Aufder andern Seite erzeugte freilich dies System einen,wie Bärcnhvrst es nennt, sanften Geist des Nah-rungs-Avanzements, (vorzüglich unter den Subal-ternen, welche mit Sehnsucht die Kluft zwischensich und den Hauptlcuten zu übersteigen hofften.)„Ich bin, fährt Bäreuhorst fort, der älteste Fähn-rich, also muß ich Leutnant werden, ich der ältesteKapitain -Leutnant,'^) mithin gebührt die offne Kom-pagnie mir, sagten die Eingeschriebenen der Rangli-ste», lauerten gierig auf Fortrücken, und nanntenden Appetit Ambizion." Bis zur Kompagnierückten die Offiziere in ihren Regimentern herauf;vom Major an bis zur höchsten Würde des Feld-marschalls hatte das Heer nur zwei Ranglisten, einevon der Infanterie, die andere von der Kavallerie,nach welchen das Avanzcment ging. Iu jedem Gradebehielt sich der König die Ernennung vor, und un-terzeichnete alle Patente ohne Ausnahme, mit eignerHand, ein Gebrauch, welchen Friedrich der Große im Laufe des 7jährigen Krieges abschaffte, indem ernur von der Kompagnie an aufwärts unterzeichnete.Vom allgemeinsten Einfluß war endlich die Wich-
») Die nachh-rigen Siaabs-Kapikaine, welche in dieser Periodeliierst vorkommen,