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Chronologische Uebersicht der Geschichte des preussischen Heers dessen Stärke, Verfassung und Kriege seit den letzten Kurfürsten von Brandenburg bis auf die jetzigen Zeiten / mit vielen erläuternden Zusätzen von F. v. Ciriacy
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tik erhoben worden. Ja es galt sogar lange Zeithindurch der Grundsatz, der Soldar müsse sich vorihm mehr als vor den feindlichen Kugeln fürchten.Doch selbst schon in der schönsten Periode des NuhmSlehrten schreckliche Wahrheiten dieses unnatürlichenPrinzips schmähliche Nichtigkeit.

Die Reiterei kultivirte Niemand. .Sowohl derKönig als Leopold hielten nickt viel von dieserWaffe. Der Erstere hatte in der Schlackt bei Mal-plaguet die Kaiserliche Reiterei dreimal zurückwerfensehen, und in den Belagerungen von Meuin, Lour-nay und Stralsund , welchen er beiwohnte, hatte siekeine Gelegenheit gefunden, sich hervorzuthun. Leo-pold konnte es seiner Seits der Reiterei dcö Ocstcr-rcichischen Generals Snrum nicht vergeben, daßdurch sie das erste Treffen bei Hochstcdt verlorengegangen war. Er bildete sich daher ein, dast dieseGattung Volker so veränderlich sey, daß man garkeine Rechnung auf sie machen könne. Diese un-glücklichen Vorurthcile waren unserer Reiterei soschädlich, das; sie ohne Mannszucht blieb, und folg-lich, als man sie m der Folge nöthig hatte, nichtgebraucht werden konnte."

Sie bestand, so wie das Fußvolk, aus sehr gro-ßer Mannschaft, und ritt außerordentlich hohe Pferde.Es waren Kolossen auf Elephanten, die weder sichgeb'orig zu bewegen, »och zu fechten wußten. ESging keine Musterung vorbei, bei welcher nicht Rei-ter aus Ungeschicklichkeit stürzten. Sie waren nichtMeister über ihre Pferde, wurden auch mehr zu FußalS zu Pferde exerzirt, und feuerten in beiden Be-schaffenheiten trefflich. Ihre Offiziere hatten keinenBegriff von dem Dienst zu Pferde, von dem Kricgr