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Zucht bestand fortan nur noch im Einzelnen wohler-halten, standhaft und wachsam. Aber mehr undmehr gestaltete sie sich zu einer Verkettung von Form-fachen, halben Mitteln, Ausbesserungen und gebrech-lichen Zusätzen. Sie alle strebten vergeblich dahin,den machtheiligen Wirkungen an sich verwerflicherUrsache» zu begegnen. Das Ausländer-System machtedie Gemeinen zu Gefangenen, welche unter der kunst-reichen Anwendn,>g des Aufpaffens der Subalterne»«nd Unteroffiziere gezwungen waren, sich selbst zu be-wachen. Eine Kette von Schildwachen regierte ein-wärts um jede Stadtmauer. Welche Rücksichtendann weiterhin im Kriege der Ausländer wegen ein-traten, wie sehr die Dienstverrichtungen dadurch ver-mehrt, die Truppen fatiguirt, vorhabende Unterneh-mungen unzuverlässig, und Unfälle in ihren Nach-theilen vergrößert wurden, ist bekannt genug. Inder Instruktion Friedrichs an seine Generale sindvierzehn Beobachtungsregcln zur Verhütung der De-sertion vorgeschrieben.
Der Zustand der Gemeinen in den Friedens-Gar-nisonen war bei ihren 8 Groschen alle fünf Tage,und der nicht unerheblichen Nebcnausgabe auf Pu-der, Thon und Kreide, in jeder Hinsicht bcdauerns-werth, wo nicht vorhandene Zeit und Gelegenheit zuArbeiten einigen Verdienst herbeiführte». InnererGram und eingewilligtes Versinken in eigne Nicht-achtung bemeistertcn sich Vieler. Die Selbstmorde,Kindermorde, und Morde der Vorgesetzten um hin-gerichtet zu werden, stiegen, vornehmlich zu Potsdam ,zu einer erschrecklichen Höhe. Wenig half dagegendie nach des Königs Willen eingeführte menschlichereBehandlung des gemeinen Mannes, das mäßigere