pörung. Bald hoffe ich, Euch sagen zu können, daßauch der beweinenswerthe Bürgerkrieg, der noch einenTheil unseres gemeinsamen Vaterlandes verheert, beendetist. Dann werden, die jetzt noch als Feinde sich gegen-überstehen , ihres Irrthumes, ihrer Verblendung innewerden, und sich als Brüder erkennen. Das gezückteScbwert wird ihrer Reckten entsinken, Friede und Ver-söhnung wird zurückkehren, und Oesterreichs mackelloseFahne wird wieder an der Spitze eines versöhntenBruderheeres wehen, dem sie Jahrhunderte lang in somancher heißen Schlacht, ein Vereinigungspunkt, einFührer auf der Bahn der Ebre und Pflicht gewesen."
Am 13. September Mittags traf Graf Radetzky in Wien ein, und es soll auch dieses freudige Ereig-niß der Geschichte aufbewahrt werden. Der Empfangdesselben war ein herzlicher. es war ein Festzug untereinem Regen von Blumen und Kränzen durch die Stadtin die Burg des Kaisers. Nach langer Zeit hat sichdas alte Wien wieder in seiner ganzen früheren Ge-müthlichkeit gezeigt. Durch alle Classen der Bevöl-kerung wehte das gleiche Gefühl der Dankbarkeit undAnerkennung, die Freude des Wiedersehens war eineungezwungene, eine ungeheucheltc zu nennen.
Somit wäre die Ruhe und der Frieden in demgroßen, schönen Garten Europas hergestellt, der tap-fere greise Feldherr kann mit dem süßen Bewußtseindein Vaterlande eine aufständische, schon halbverlorne