Buch 
Abhandlung über Einrichtung und Gebrauch des kleinen Gewehrs / von S. F. Seydell
Entstehung
Seite
8
JPEG-Download
 

3

Erster Abschnitt.

die Eisendicke in dem zlöthigen Laufe verhältnismäßigstarker nähme, wie dieß billig seyn sollte, so würde derLauf an yLt schwer; und eben so würde verhältniß-mäßig Ladestock, Bajonet , Schaffte, ebenfalls schwerer.

Wollte man mit Vergrößerung des Kalibers auf dieseWeise fortfahren, so würde Lauf, Ladesiock, Bajonette,immer schwerer und zuletzt die Muskete untragbar.

Außer dem aber, daß die Muskete bey den größernKalibern untragbar würde, träte noch ein anderer sehrnachtheiliger Umstand ein; nämlich der größere Kalibererfordert eine stärkere Pulverladung als der kleinere,diese hingegen giebt der Muskete einen ihrer Masse an-gemessenen Rückstoß, welche bey halb kugelschwerer La-dung für eine Muskete von z Loth ohne besondere Vor-richtung fast nicht mehr auszuhalten und bey noch grösßerm Kaliber ganz unausstehlich wird.

Sonach ersteht man aus dem Vorgetragenen dieGründe, warum bey Bestimmung der Größe des Kali-bers für Musketen zum Felddienst, die Bohrung füreine Kugel von z Loth Bley nicht überschritten werdenkonnte.

§.

Der Mensch hat ein gewisses Maaß von Kraft,die Proportionirung der Waffen muß diesem Kraftmaaßeentsprechen; denn der Mensch kann dieses Maaß vonKraft in kurzer oder längerer Zeit verwenden, ist diesMaaß der Kraft erschöpft, so muß er ruhen und neueKräfte sammeln. Der Soldat soll die Muskete nebstMunition tragen und mit derselben sich bewegen, alsoeinen Theil seiner Kraft auf die Bewegung seines Kör-pers, den andern auf die Last die er zu tragen hat,verwenden; ist die Last groß, die er tragen muß,s« kaun seine Bewegung nicht schnell auch nicht von