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Abhandlung über Einrichtung und Gebrauch des kleinen Gewehrs / von S. F. Seydell
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Proportionirung der Gewehrläuft.

Laufe schon in Wirkung ist, der andere noch zersetzt wird*),und da die hieraus entstehende Kraft so lange zunimmt,als die Masse zerfetzt wird, so ist klar, daß ein langerLauf eine größere Schußweite geben muß als ein kurzer.

§. i8-

Den zweyten Punkt, daß das entzündete Pulverin dem Laufe dör Kugel fortdauernd Kraft giebt, bestä-tigt der Ritter d'Aici. Er fand, daß oie allerschwäch-sien Schüsse eines Rohrs von 6 Fuß Lange, stärker wirk-ten, als die allerstarksten von 4 Fuß Lange, obschottbeyde gleiche Durchmesser hatten und mit gleich großenund gleich schweren Kugeln geladen waren. Nach seinenVersuchen müßte ein 24pfündiges Kanon, bey ^ Kugel-schwerer Ladung, Z4Z Fuß lang seyn, wenn es für diegegebene Ladung gehörige Länge haben sollte. Da mannun ein Feuergcwchr nicht so lang machen kann; sso istklar, daß ein Lauf, der dieser Lange nicht entspricht,aber doch langer, als ein anderer von gleichem Kaliberist, eine größere Schußweite geben muß, als der kürzere.

§. 19.

Wenn nun auch nach §. 17. hinlänglich bewiesenwerden kann, daß bey gleicher Einrichtung und Ladungder längere Lauf eine größere Schußweite giebt, als derkürzere; so wird man dadurch keinesweges berechtigt, znglauben: die Schußweite siehe mit derLange des Laufesim Verhältniß; denn das Pulver, welches unten imPulversacke oder in der Kammer vom Feuer zersetzt wird,wirkt nach allen Seiten; wäre der Lauf unten nicht gesschlössen; so würde eine Kugel aus demselben nur mit

") Zu der zweyten Abtheilung §. igo und weiterhin necheine Bestätigung hierüber.