Proportionirung der Gewrhrlaufe. 5 z
brauch, die Ursache davon wird sich weiter unten vonselbst ergeben.
Außer den angeführten Zügen hat man noch krum-me, aber zuweilen so feine Züge in den Läufen, baßman sie kaum mit dem bloßen Auge entdeckt, man nenntsie deshalb Haarzüge.
§. 4?.
Um die Einrichtung des Büchsenlaufes näher ken-nen zu lernen, käme es nun hauptsächlich auf die Ge-setze an, nach denen Breite, Tiefe, Zahl und Krümmeder Züge bestimmt wird. Die Büchse ist zwar bereitsüber 400 Jahr im Gebrauch, indessen ist für diese Ge-genstände noch kein Gesetz ausfindig gemacht. Ueber-haupt scheint die Theorie der Züge noch sehr unvoll-kommen zu seyn; ich werde deshalb auch bloß einigeUntersuchungen über diesen Gegenstand anstellen, undzwar über die spiralförmigen Züge, weil diese nux nochgebräuchlich sind.
§. 44 *
Ich sagte schon §. 41, daß bey der Dächse, die Ab-weichung der Kugel, von der Richtungslinke, durch LaSTinschneiden der Züge begränzt wird. Wie dieß geschieht,ergiebt sich am besten aus der Art, wie ein gezogenerLauf geladen wird. Eine Kugel in ein Pflaster vonParchent, mit Talg bcstrichen, gehüllt, wird ohne Spiel-raum mit Gewalt in den Lauf bis auf das Pulvergedrückt. Da nun das Bley, der Kraft, womit es inden Lauf getrieben wird, nachgiebt; so verliert die Ku-gel ein wenig von ihrer spharischen Oberfläche, und nä-hert sich der inwendigen Form des Laufes. Es entstehtalso aus der bleyernen Kugel in den Zügen gleichsameine Schraube, welche sich in die Mutter, die der gezo-gene Lauf vorstellt, einfügt. Wird nun das Gewehr ab-