Proportionirung der Gewehrläufe. 65
Schußweite verkürzen, denn die Vorspränge würdenvon der Luft mehr Widerstand erleiden, als die g'atleOberfläche der Kugel, wodurch nothwendig die Schuß-weite verkürzt werden müßte.
§. 57 .
Die Bestimmung der Krümme, nach welcher dieZüge in die Büchsenläufe eingefchnirten werden, ist sovielen Schwierigkeiten unterworfen, daß es bisher nochnicht gelingen wollte, sichere Regeln dazu aufzustellen.
Betrachtet man die Züge an den von verschiedenenMeistern verfertigten Büchsenröhren; so findet man inHinsicht der Krümme so wenig Uebereinstimmung, daß,wie schon §. 50. erwähnt wurde, man zu glauben ver-leitet wird, es sey dieselbe ganz willkürlich.
Bey den von mir hierüber angestellten Untersuchun-gen fand ich Büchscnröhre, die bey 2^ Fuß Lange, Zü-ge hatten, die sich nur ß mal in dem Laufe, aber auchRöhre, deren Züge bey 2 Fuß Lange sich 2 mal in den-selben umher wanden. Sprach ich hierüber mit denMeistern, so glaubte Jeder hinreichende Gründe zu ha-ben, seine Arbeit zu rechtfertigen; der Probefchuß schienzuweilen die Angabe eines Jeden zu bestätigen. Unddaraus schien wiederum zu folgen: die Krümme derZüge sey in den gezogenen Röhren eine Sache, die vonder Willkür des Meisters abhänge. Bey näherer Prü-fung wird man jedoch zugeben, daß dieß keinesweges,der Fall seyn kann.
Es bezeichne Fig. 10. L L die Lange eines 2 Fußlangen Laufes; der Kaliber desselben sey — <0,60 Zoll;mithin ist die Peripherie — 1,884; wenden sich nun dieZüge zweyma! in dem Laufe umher; so giebt ein Zug,eine gerade Linie, die man erhalt, wenn man auf L Oin L eine senkrechte L ^ errichtet, und darauf die Lange
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