2 2 Belagerung
Uebergabe zwingen. Auch ohne Kasematten wissen wiraus Erfahrung, ^aß im schlechten Zustande die Festungnicht, nach einem ziemlich heftigen Wurffeuer, über-gieng. — Warum? — Weil auf diesem Wege wohlNiemand von den Hohen herunter, (bekanntlich die schwie-rigste und kunstreichste,Arbeit des Ingenieurs) (') miteinem Worte, niemand über den Wall kann. (")
Ein bloßes Bombardement ist nur bei sehr großenOertern anwendbar, wo die Bürgerschaft durch ihre Zahlvielleicht der', Besatzung im entscheidenden Augenblick«Gesetze vorschreiben, oder bei sehr kleinen, wo sich derSoldat nirgends vor den crepirenden Granaten schützenkann; endlich bei solchen, wo man vermuthen kann, dieMundvorräthe zu vernichten. Soll das Bombardementaber auf einen Platz mittlerer Große, wie Maubeuge ,einige Wirksamkeit haben, so muß nicht allein der Bür-ger, sondern auch der Soldat angegriffen seyn; er mußErde vor sich bewegen sehen, muß daö Fortschreiten sei-nes Feindes mit Augen messen können, man muß sichdicht an ihm festsetzen, dann die Stadt beunruhigen,aber auch ihn auf seinen Wällen unsicher machen; dieschon fertigen Arbeiten, die geschehenen Fortschritte,müssen ihm Bürgen seyn von dem was so eben noch ge-schehen wird; er siehet nun das Ende mit gewaltigenSchi'ittcn hepannahen, denkt nicht daran, daß einAusfall alle Maaßregeln seiner Gegner, auf den Au-genblick zwar nur, doch aber zerstören könne, und zieheteine ehrenvolle Capitulation vor, — In wie fern sichdieser Grundsatz bewahrte, wird die Folge zeigen. *)
*) Die Wurf-Geschütze, besonders die Morticre haben sichin den neueren Belagerungen sehr vermehrt. Bei