i5o Belagerung
und schlich so» die geringsten Unebenheiten des Terrainsbenutzend, mit von der Festung unverwandten Augenfort, — Er merkte vorzüglich auf den Zustand der Wälle,die Anzahl der Schießscharten, und wenn es möglich war,die Anzahl der Geschütze; den Zustand des bedeckten We-ges und der Pallisadirung, die Lage und das Défilementder Werke, endlich die etwa aufgestellten Posten; dieaber gewöhnlich durch die entfernteren Rekognoscirungenbei Tage schon mit ziemlicher Gewißheit bekannt waren.Sein Adjudant ging auf ähnliche Art ungefähr 20 Schritthinter ihm, Fand sich eine Vertiefung oder irgendein« Deckung (im Getreide vorzüglich), so wartete derOberst dort, und nun wurde von beiden Seiten da« Ge-sehene an einander gehalten; wo man über einen wichti-gen Punkt nicht einig war, ging man so oft wiederhin, bis man sich beiderseits von der Wirklichkeitüberzeugt hatte. — War irgend ein Gegenstand so ge-legen, daß man ihn von zwei Seiten betrachten konnte»so ging der Eine auf diese, der Andere auf jene herum»bemerkte genau, und beides sodann auf irgend einem ver-deckten Versammlungsplatz verglichen, mußte ein sicheresResultat gehen,
ES ist unglaublich, wie nahe man auf diese Art,ohne Geräusch, an einen feindlichen Posten oder an einfeindliches Werk kommen kann. Es wurden, um aufkeine Art sich zu verrathen, weder Degen noch Säbelgeführt, und die mit Wachstuch übergezogenen Mützenabgenommen. Der Oberst hatte aus demselben Grundean seinem Ueberrocke keine Metallknöpfe. — Wo es nö-thig war, den Boden zu untersuchen, wozu man, beifeuchtem Wetter, natürlich die Stellen aussuchte, in wel-