Betrachtungen.
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sonn*«, aber kräftig und ausdauernd, den ich den desNordländers nenne. Um dem ersteren etwas Beharrlich-keit zu verschaffen, muß ewige Abwechselung durch eineMenge kleiner glücklicher Gefechte erzielt, und der Süd-länder daher, unbekümmert des Verlustes, stets zum An-griffe geführt werden; der zweite bedarf keiner künstlichenMittel ihn muthig zu erhalten, und stützt sich auf eigeneKraft. — Der Deutsche, dessen Karakter mitten innestehet, kann nach Umständen angreifen und vertheidi-gen. *) — Allein der Nordländer hat beim Angriff nichtso viel Vortheil zu erwarten, als der Südländer; er bs-
*} Der große König sagt zwar in der Guerre de sept
ans; „d’ailleurs les Prussiens valent mieux pourl’offensive que pour la de'fensive;“ allein er mußte
es von den Truppen schließen, die seine ausgezeich-neten Talente nur allein zum Siege führten. Erwargezwungen, feine Rekruten, kaum zu Soldaten ein-gezogen, dem Feinde entgegen zu stellen, und sie so-gar zur Halste mitUeberlaufem und Gefangenen, welcheDienste nahmen, zu vermengen. Solche Truppen sindallerdings nur im Anlaufe zu gebrauchen. Da6 Genieihres Anführers gab Ihnen einige Kraft, und das Ge-fühl des Sieges, das den Angreifenden fast immer be-gleitet, einige Ausdauer. — Ganz anders ist dasVerhältniß mit unseren jetzigen Heeren, die, für ihrenHeerd kâmpfcnd, die deutsche Beharrlichkeit mit in dasFeld führen, und dadurch vielleicht, vermöge der da-mit gepaarten Mobilität, gerade sich am besten zu ei-nem langen Defensivkrieg eignen, der nur mit denkaltblütigsten und durch keine Lage muthloS werden-den Truppen, ausführbar ist; und dürfte, trotz Vor-gesagtem, der ganze siebenjährige Krieg, nicht einfortlaufender Beweis der Preußischen Ausdauer seyn?