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bald am Rhein , bald in Böhmen , bald in Nie-dersachsen. Weimar führt Krieg wie ein herum-schwärmender Abentheurer ohne bleibende Stat-te; Weimar , berühmt durch die Schlacht vonRheinfeldcn, die er, in diesem Falle künftigenKriegsanführern ein Muster, nach einer Nieder-lage durch einen raschen Wiederangriff einigeStunden nach derselben gewann. Da war keinSystem, nichts Geordnetes, kein Iweck, keinPlan, allenthalben ein Chaos.
Der scharfsinnige Marschall Turenne undMonteculli, der früheste aller guten militäri-schen Schriftsteller, brachten zuerst durch ihrenbeiderseits letzten Feldzug in dieses Chaos einigeOrdnung. Man entdeckt den Grundsatz der Ba-sis in den bewunderungswürdigen Feldzngen von1674 und 1675. Diese sind in der neuern Ge-schichte die ersten strategischen Feldzüge zunennen. Vorher machten sich die Feldherren be-rühmt durch einzelne glänzende Kriegsthaten, indenen sie überlegenes Genie entwickelten, dieaber in der Kette der Begebenheiten als isolirtzu betrachten war?n.
Die beiden Meister in der Kriegskunst Mon-teculli und Turenne aber gaben der Weltzuerst das Beispiel eines planmäßigen systemati-schen Feldzugeö ohne Fehler entworfen und aus-