Buch 
Der Befreiungs-Krieg der Katalonier, in den Jahren 1808-1814 / von H. von Staff
Entstehung
Seite
64
JPEG-Download
 

6 4

Katalonien stehen in einem sich gegenseitig aushelfenden Wech-silverkehr zu Wasser mit Valencia . Die Bewässerungsanstaltenund der Fleiß der Einwohner machen diese beiden Provinzenzu die am besten angebauten Spaniens . Die immerwährendbestehende Einrichtung der Posidos, Getreide - Magazinezu jeder nöthig werdenden Aushülse, sind für das kriegerischeVerhältniß sehr günstig, Katalonien zählt über 400 derglei-chen immer gefüllte Magazine, welche entwender aus Fondsmilder Stiftungen oder in den Bezirken aufgebracht und vor-trefflich verwaltet werden. Der starke Anbau des Reis lieferteben so, wie die Menge getrockneter Fische, ein allgemeinesleicht aufzubewahrendes Nahrungsmittel; während die Ge-nügsamkeit der Einwohner selbst, bey Früchten oder Zwiebelnauszudauern im Stande ist. Das Bedürfniß starken Geträn-kes, welches Kataloniens Klima höchst nothwendig macht, istdurch die Ergiebigkeit an Wein gedeckt, von welchem größten-theils auch die Masse von Brandtwein bereitet wird, die imFrieden ein Drittheil des Verbrauchs von ganz Spanien liefertund seiner Güte wegen im Rufe steht. An Rindvieh ist eingroßer- dem französischen Heere sehr sichtbar gewordener, Man-gel, Schweine und Schaafe sind in Katalonien fast die einzigeFleischspeise. Steinsalz giebt Cardona in unerschöpflicherMenge.

Die Pferdezucht ist im großen Verfall die Racen gänz-lich durch Mischung mit dem Maulthier und Steinesel verdor-ben, das Maulthier steht im Preiß dem Pferde weit voran,und ist auch eher als das Pferd mit den Schoten des Johan-nisbrodtbaums oder mit Erbsen und Stroh zu befriedigen,da an Hafer, Heu oder Klee fast gänzlich Mangel ist. Zudec Zahl von 80,200 Maulthiere und Pferde gesellen sich nochüber 120,000 kleine Steinesel, deren Gebrauch ganz allge-mein ist, wodurch, vhnerachtet des Mangels an unterhaltenen