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Der Befreiungs-Krieg der Katalonier, in den Jahren 1808-1814 / von H. von Staff
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ein allgemeines Aufgeboth des Landes entgegen gesetzt werden,und nur mit dessen bereitwilliger Unterstützung wurde einemwettern Eindringen Ziel gesetzt. Nach gewonnener Ueberzeu-gung, außer Stande zu seyn, einen vortheilhaften Krieg mitFrankreich führen zu können, zog sich seit dem Baseler FriedenSpanien von aller Theilnahme an den wiederholten feindlichenUnternehmungen der übrigen Machte zurück, und versank ineine ihm verderbliche Abhängigkeit von Frankreich . Die, zurErkaufung eines Friedens, auf dem Wege freiwilliger Unter-ordnung, Frankreich dargebrachten Opfer, hatten Spaniens Flotten und Finanzen vernichtet. Die Ruder der Regierungwaren Englands und Frankreichs widerstreitenden Einwirkun-gen Preiß gegeben, Spaniens Nutzen nicht mehr der vereinendeGesichtspunkt. Das Gefühl der Schmach und des verderbli-chen französischen Einflusses war in den Völkern Spaniens regegeworden, sie ergriffen daher mit dem glühenden Enthusias-mus des Südländers den Aufruf zu den Waffen, den eine sie-gende Parthey am Staatsruder im October 1806 erscheinenließ. Die Regierung gewann das volle Vertrauen der Nation.Alles belebte die Hoffnung durch einen kräftigen AngriffFrank-reichs, die Unabhängigkeit vom fremden Joch, jetzt gerade er-langen zu können, wo dessen Heere, vom eigenen Lande ent-fernt, mit Preußen im Krieg begriffen waren; dessen kriegeri-scher Ruhm in Spanien in hoher Verehrung steht. Der Spa-nier, im Hochgefühl, von seiner Regierung zur Hülfe sichaufgerufen zu sehen, gegen ein Uebel, das er selbst tief em-pfand , eilte jetzt zu den Regimentern, deren Zwang ihm sonstverhaßt war; jetzt aber brachte er Opfer und erklärte sich mitder zuvorkommendsten Bereitwilligkeit zu noch größerern, de-ren zweckmäßige Benutzung schon damals alles an Umfang hin-ter sich gelassen haben würde, was die neuere Geschichte in dieser