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Tagebuch während des Krieges zwischen Russland und Preussen einerseits und Frankreich andrerseits, in den Jahren 1806 und 1807 / geschrieben von Carl von Plotho
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geplündert und ausgezehrt, war sie jetzt beinaheganz verödet, und ihre Einwohner starben zwischennoch «Begrabenen Leichnamen vor Hunger» DerJammer der Lebenden und der grausenerregende An-blick der taufend verstümmelten und «Beerdigten Kör-per von Menschen und Pferden, ließen auch den Gefühl-losesten nicht ungerührt. Welche schreckliche Folgen hatder Krieg, und wie wenig würdigt man den Solda-ten, gegen dessen Handwerk sich die Natur empört!Eine Janitscharenmusik, wie sie beim Grafen Ka-mensky rauschend ertönte, und ein großes offenesGrab wie hier; ein solcher Kontrast für das Augeund Ohr, wirkt zerstörend auf Geist und Körper.Wahrend jene Musik, die Erfindung einer mehr alswohlbehaglichen heitern Stimmung, der Ausdruckdes zur Freude epaltirten Gemüths wie ein magi-scher Elektor durch die leitenden Lüfte wohlthätig diezarten Saiten des menschlichen Wesens berührt;wird durch den Anblick der Zerstörung, der mituns in so naher Verbindung stehenden Revolutiondas Gemüth mächtig erschüttert, und zu Tönen ge-stimmt, die wenn sie mit obigen fortdauernd gleich-zeitig gespielt werden, das Instrument auf immerverderben.

Wir kamen spater auch über das SchlachtfeldZwischen Groß--Glandau und Hoff; die Straßenund Felder waren Mit zerbrochenen Wagen der Fran-zosen bedeckt.

Der General-Lieutenant Plötz, der bei Brauns-