Band 
Erste Abtheilung.
Seite
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getrieben. Außerdem giebt es nahe an der Scjlla mehrerestreitende Wasserzüge, von welchem der gefährlichste längs derNordküste Siziliens hcrströmt, und durch sein Zusammen-treffen mit einem andern, der an der Küste Kalabtiens her-abfliegt, eine heftige Bewegung verursacht, welche durch dieReihe von Klippen aus dem Grunde in der Mitte deS KanalSnoch gefährlicher wird. Da jedoch der Strom nicht die ganzeBreite derselben einnimmt, sondern sich manchfaltiq schlangelt/so wisse» die sachkundigen Lootien, welche Tag und Nacht amlls-r von Meßina bereit sind, auf den ersten Kanonenschußdes Hülfe federnden Schiffes herbey zu eilen, geschickt auszu-weichen, und vermittelst einer kleinen Barke dasselbe hindurchzu leiten. Ohne diese Hülfe lauft auch der erfahrenste Steuer-mann die größte Gefahr zu scheitern.

Die Charybdis liegt in Sizilien 9 italienische Meilenvon der Scilla zwischen einer schmalen Landzunge,Punta sacra genannt, welche den Hase» von Meßina bildet, und einer andern Calofaro, auf welcher ein Leucht-thurm steht. Ein Umkreiß von höchstens hundert Fuß be-grenzt sie. Inn rhalb desselben befindet sich keine Spur vonHöhlungen, wob! aber eine immerwährende Bewegung deSunruhigen Wassers, das aus und niederwallr, bald anschlägt,bald zurückgeworfen wird. Die größte Tiefe beträgt §00 Fuß,und jenseits dem Umfang der CharybdiS gegen die Mitte deSKanals noch einmahl so viel. Sie hat zu keiner Zeit, selbstnicht bey der stürmischste» Witterung, das Ansekn eines Stru-dels, der die Schiffe a sich und in die Tiefe zieht, vielmehrtreibt sie die Schiffe in eine beträchtliche Entfernung von sich;