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Großes Militair-Waisenhaus zu Potsdam und Schloß Pretzsch.
^ie Anstalt wurde vom Könige Friedrich Wilhelm I. imZahre 1724 gestiftet und mit eigenthümlichen Fonds undRevenüen ausgestattet.
Der Zweck derselben ist: verwaiseten hstlflosen Unter-vfficier- und Soldaten-Kindern beiderlei Geschlechts freienUnterhalt, Bekleidung und eine, ihrem künftigen Berufeentsprechende Schulbildung und Erziehung zu gewahren. Inneuerer Zeit ist auch Officier-Kindern eine, wenn gleich nurbedingte, Theilnahme an den Wohlthaten der Stiftung ge-stattet worden.
Die Anstalt zerfallt:
1) in das Knabenhaus zu Potsdam , nebst den dazu ge-hörigen Anstalten:
.-») der Musikschule, und
1>) der 1830 errichteten Handwerksschule, und
2) in das Mädchenwvaisenhaus, welches im Zahre 1829 vonPotsdam nach dem Schlosse zu Pretzsch in der Pro-vinz Sachsen verlegt wurde.
In dem Knabenhause bleiben die Zöglinge bis zur Ein-segnung und gehen dann in die Musikschule oder in die Hand-werksschule über, oder sie werden bei einem Meister außer-halb der Anstalt in die Lehre gebracht. Nach vollendeterAusbildung werden die Musikschüler bei guter Führung derArmee als Haurboisten oder Trompeter überwiesen, die Hand-werksschülcr aber treten zur Schul-Abtheilung des Lehr-Infanterie-Bataillons über, was auch denjenigen gesundenund dazu geeigneten Zöglingen obliegt, welche ihre Lehrzeitaußerhalb des Instituts bestanden haben.
Die weiblichen Zöglinge bleiben in der Regel nachihrer Einsegnung noch 1 oder 2 Zahre im Institute undwerden dann als Dienstboten untergebracht oder ihren An-gehörigen zurückgegeben.