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die 1752 bis auf 320 rcducirt worden warm, im Jahre1762, 250 Zöglinge stark, nach dem Kurfürstlichen Jagd-schlösse Annaburg , zwei Meilen von Torgau , verlegt, in dendarauf folgenden Jahren die Anzahl der Zöglinge bedeu-tend vermehrt, und wieder bis auf 700 Knaben gebracht.
Im Jahre 1787 wurde der Etat dieses Instituts auf500 Knaben, für 375 Knaben der evangelischen und 125der katholischen Confession bestimmt, und dasselbe mehr zueiner Bürger- als Militairschule umgeformt.
Jetzt hat das Institut- das auf 400 Zöglinge einge-richtet ist, den Zweck, Söhne von Unterofficieren und Sol-daten für den Unterofficier- oder den Hautboistcn - Standder Armee auszubilden. Die Aufnahme derselben erfolgtin dem Alter vorn vollendeten lOten bis zum vollendetenUten Lebensjahre. Die Zöglinge gehen nach der Confir-marion der Mehrzahl nach entweder zur Handwerks- oderzur Musikschule des Instituts über.
In der seit 1826 bestehenden Handwerksschule erlernensie das Schneider- und Schuhmacher-Handwerk zunft-maßig. Die Zahl der Handwerksschüler belauft sich,außer den Vorschälern, in der Regel auf 100.
6) In der Musikschule werden die dazu fähigen Zöglingein zwei einander untergeordneten Klassen, deren jedeetwa 50 Schüler hat, unterrichtet und zu Hautboistcnund Trompetern für die Armee ausgebildet. ImDurchschnitte gelangen davon jährlich 18 bis 20 zurEinstellung bei den Truppen.
Der Regel nach müssen alle Zöglinge, mit Ausnahmederer, welche zur Musikschule übergehen, ein Handwerk er-lernen. Nur ein geringer Theil — etwa 20 — ist davondispensirt und wird unter der Bezeichnung: „Militair-Schüler" ausschließlich für den Militairstand vorbereitet.
Die Bildungszeit ist bis zum vollendeten 17len Lebens-jahre festgesetzt, und für jedes Jahr, das der Zögling imInstitute unterhalten und unterrichtet worden, ist er ver-pflichtet, zwei Jahre im stehenden Heere zu dienen, mitder Einschränkung jedoch, daß diese besondere Dienstver-