IV
Truppen her; gewöhnlich wurden solche aber nur aufZ Monate bezahlt, nach deren Verlauf sie auseinandergingen. Aas eben solche Art errichteten die Stande,unter dem Churfürsten Georg Wilhelm , im Jahre1620, ein Corps Truppen; aber sie waren so wenig imStande, eS zu unterhalten, daß sie den Soldaten dasVorrecht ertheilten, im Lande Almosen zu sammeln,und den Landleuten anbefahlen, jedem, der von sülchensie anspräche, einen Heller zu geben. Unter eben die-ser Regierung erging im Jahre 162z ein Aufgebot andaS ganze Land, sich, mit Ausnahme der Geistlichenund der Schoppen, an einem bestimmten Orte be-waffnet und gerüstet zu versammeln; mau musterte diezusammen gekommene Mannschaft, und bildete darauscro Schwadronen Reiter und 25 Compagnien Fußvolk,Leren Starke sich überhaupt auf etwa 4022 Köpfe be-rief. Diese sollten nach dem Präger Frieden, im JahreFtöZZ, auf 2 Z 030 Mann vermehrt werden, aber es ka-men deren nie über 11222 zusammen, und Georg Wilhelm hinterließ seinem Nachfolger überhaupt nuramgefähr Z bis 4200 Mann Fußvölker und 2000 Rei-ter, welche in den Festungen vertheilt lagen, und wo-von die erstem, nach seiner Rückkunft aus Preußen,im Jahre iüzi, gleichförmig in Blau gekleidet waren,welches damals ganz ungewöhnlich war, und daherviel Aufsehen machte. Auch stammt von diesen Trup-pen noch das älteste vreußische Regiment her, welchesaus der Garde des Churfürsten, im Jahre 1619, gebil-det wurde.
Daß bei diesem Zustande des Soldatenwcsens dieTruppen mit den übrigen zum Kriegführen erforderli-chen Bedürfnissen sehr schlecht versehen waren, laßtsich denken. Die ganze Artillerie des ChurfürstenFriedrichs I bestand in einer großen 24pfündigenKanone, womit er die Schlösser der aufrührerischenEdelleute belagerte, und zur Unterwerfung zwang;und daß unter der Regierung George Wilhelms dieArtillerie noch nicht sehr vermehrt war, erhellt aus demEinfluß, welchen die Kanonen Gustav Adolphsauf die Entschlüsse der Minister dieses Churfürsten, bei