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de«: Schlachtfeldes auszumitteln. Man nannte uns vorzüglich Wachauund Liebertwolkwitz , als die Central - Punkte. Von Wachau wandertenwir daher zum Flecken Liebertwolkwitz *), der zum Theil abgebrannt,ganz ausgeplündert, und von seinen Bewohnern verlassen war. Bis hierherhatten wir, obgleich mitten auf dem Schlachtfelde, doch nur einzelneTode bemerkt: von Leichenhügeln, die sich unsere Phantasie vorgestellthatte, erblickten wir nichts. Ueberhaupt war das Schlachtfeld in keinemVergleich mit den grausenvollen Scenen in den nächsten Umgebungenvon Leipzig , von denen mein gestriger Brief eine schwache Schilderungenthielt. Verhältnifsmäfsig lagen mehr Pferde als Menschen da. Wirkonnten deutlich sehen, wo Cavallerie - Attaquen gewesen waren; sicherblieben dabei auch .viel Reiter. Sie waren verschwunden, also mufstenhier Viele begraben worden seyn, wahrscheinlich bereits am i?*' 11 , woWaffenruhe war.
Liebertwolkwitz war schon bei den. Gefechten am i^. ten Octobergenommen und wieder verloren worden. Ein Theil des Fleckens warabgebrannt. Hier lagen noch viele Tode, halb verbrannt, vorzüglich aufdem Kirchhofe, der die Kirche umgiebt, und mit einer Mauer ein-geschlossen ist. - Allenthalben waren die Verwundeten schon transportirt,und wir bemerkten im Freien keinen mehr. Die ganze Kirche war abermit Verwundeten angefüllt, welche möglichst gut auf Stroh gelegt wa-ren. Mit Wehmuth. und thränenden Augen kamen so eben viele dergeflüchteten Einwohner wieder in ihren Wohnort; zurück.. Viele fandenzwar noch ihre Häuser, aber von Allem entblöfst und nichts, als dieleeren Mauern; andere weinten auf, den bis zur Erde niedergebrannten
*) Liebertwolkwitz ist eine Sächsische Weine Vasallenstadt. Am isten September 1707 wurdenhier von Carl XII.- und den kaiserlichen Ministern die vorher 1 au Altranstädt wegender Schlesischen Religionsfreiheit abgeschlossenen Tractateu tmterschrifeben.