Band 
Erster Band.
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Kenntniß der Baumaterialien; von dem Porphyr. 37

Anmerkungen

über die antiken Porphyre.

Ausführliche Beschreibung der vorzüglichsten bekannten Arbeiten, dievon den Alten aus dieser Masse gefertigt wurden.

Die außerordentliche Härte dieses Steins machte, daß man glaubte,die Alten hatten eine besondere Art, ihn zu bearbeiten, und em Geheimnißfür die Härtung der Werkzeuge gehabt, welches verloren gegangen seye:doch macht man noch Vasen, Säulen und kostbare Arbeiten davon. LeeBaptist Alberti behauptete, ein Mittel erfunden zu haben, das denWerkzeugen eine solche Härte gebe, daß man den Porphyr wie denMarmor bearbeiten könne, dies bestand im Eintauchen oder Härten inBocksblut; allein da die Erfahrung seinen Behauptungen nicht entsprochenhatte, so suchte der Herzog Cosinus von Medüis uu Jahre eineFlüssigkeit zu entdecken, die das in Stand bringen konnte, was dasBocksblut nicht leistete, zu welchem Zweck er verschiedene Kräuter brannte;er glaubte es gefunden zu haben. Ein Künstler, Nameiis Franz Tadda,machte mit auf diese Art gehärtetem Werkzeug ein Bassin und einigeBasreliefs, was man bis zu jener Zeit noch nicht ausgeführt hatte, da dieNeuern dem Porphyr nur eine runde oder platte Form zu geben wußten.Die Entdeckung des Cosinus von Medicis hat übrigens keine Folgengehabt, entweder weil sie nicht so zuverlässig war, als er glaubte, oderweil er sein Geheimniß für sich behielt; allein das Bocksbluc und diegebrannten Flüssigkeiten eignen sich wahrscheinlich zum Härten des Werk-zeugs nicht mehr, als gemeines Wasser, dessen man sich gewöhnlich dazubedient. Durch das Eintauchen des Werkzeugs sucht man keinen andernVortheil, als es durch die Annäherung seiner Theile härter zu machen,und so wird man mit jeder Flüssigkeit, die einen gewissen Grad Kältehat, dieselbe Wirkung hervorbringen können; Guettard meint, gemeinesWasser sey wenigstens eben so gut, als alle dcstillirte Flüssigkeiten undBocksblut oder das von andern Thiere». Um eines glücklichen Erfolgsbei der Bearbeitung von Porphyr gewiß zu seyn und um das auszu-führen, was die Alten machten, handelt es sich vielleicht um nichts, alsviele Zeit, Geduld und Ausdauer darauf zu verwenden; dies habe ichselbst erfahren, als ich unter meinen Augen mehrere Arbeiten von dieserMasse durch einen geschickten und geduldigen Mann fertigen ließ.

Man darf annehmen, daß man erst unter der Regierung der Pre-lemäcr den Porphyr zu bearbeiten anfing; in der Folge verwendeten ihn