Band 
Erster Band.
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Kenntniß der Baunuutenalmii von dem Mörtel . 215

Die Vortrefflichkeit, die man dem Mörtel der allen Römer zu-schreibt, kommt eben so sehr von den guten Eigenschaften des vonihnen angewandten Kalks und Sandes her, als von ihrer Sorgfalt,ihn gut umzurühren, und dadurch die Verbindung und genaue Mi-schung dieser Materien ') zu erleichtern. Ich habe mich durch mehrereVersuche überzeugt, daß je mehr der Mörtel durch einander gearbeitetist, desto mehr Dauer erlangt und desto schneller erhärtet er. Mitgewöhnlichem Kalk von Paris und mittelmäßig grobem Sand habeich auf diese Art Mörtelsteine zu Stande gebracht, welche nach 18Monaten beinahe eben so hart und dauerhaft wurden, als der Mörtelder alten Römer.

Vor ungefähr 25 Jahren (zur Zeit dieser Uebersetzung sind es58 Jahre) schlugen Loriot und de la Faye zwei verschiedene Versah-rungsartcn zur Bereitung des Mörtels vor. Beide behaupten,daß ihre Methode die von den alten Römern befolgte sey, und führtenzu ihrer Rechtfertigung mehrere Sätze alter Schriftsteller, unter andernvon Vitruv und PliniuS dem Naturforscher an, welche sie auf eineihren Verfahrungsarten günstige Weise auslegten.

«weder der vollkommene» Mischung, noch wie Faujas de St. Fond meun,»den, anssschließlichen Gebrauch der Puzzolanc oder des Cementes einzig und»allein z,»geschrieben werden kann«.

Anmerk. d. Uebers.

i) Die Art, wie man noch heut z» Tage i» Neapel den sogenanntenIn5tric-1- Mörtel bereitet, dessen Gebrauch sich von den frühesten Zeilen an indiesem Lande fortgepflanzt zu haben scheint, kann zum Beweis dieser Behaup-tung dienen. I», 2. Kapitel der 2. Abtheilung des 2. Buches unsers Werksliest man darüber folgendes: »Man mischt den Lapillo mit gut anfgeschloffe-,.»eni (wenn er keine ungelöschte Kalkthcile mehr in sich enthält), seitSTagen»abgelöschten Kalk, den man auf eine etwas dicke Kalkmilch zuvor verdünnt»hat; diese Mischung arbeitet man mehrere Male durch, indem man von dieser»Kalkmilch dazn giebt; die feinsten Theile ersehen die Stelle des Sandes.»Diese Art Mörtel laßt man 24 Stunden lang stehen, nach deren Verflusi»arbeitet man ihn von neuem durch; während dieser Zeit bemerkt-man, daß er heiß wird nnd gährt: man rührt ihn zum dritte» Mal»um, und bescnchict ihn dabei mit Kalkmilch, wenn er zu trocken gewordenist, und wenn man bemerkt, daß die Mischung nicht de» gehörigen Grad»von Ticke erreicht hat, und »och gährt, so rührt man sie zum vierten Malum, nachdem man sie hat stehen lassen».

Anmerk. d. Berf.