276 Kenntniß der Baumaterialien; 1. Abtheil. 5. Kap.
Gebrauch. Es giebt kein Bauholz, bei dem sich mehrere Vor-theile zu großen Bauwerken aller Art vereinigen, als das Eichenholz.Wo außerordentliche Slärke und Dauer erforderlich ist, leistet es vor-treffliche Dienste. Es kann selbst abwechselnde Nässe und Trocken-heit sehr gut vertragen, und unter Wasser erhält es eine fast unzer-störbare Dauer.
Es ist aber nöthig zu bemerken, daß, da Eichenholz vor seinemGebrauche selten gehörig austrocknen kann, welches für starkes Bauholzmehrere Jahre erfordern würde, man es folglich nicht zu solchenBaustücken mit Vortheil werde anwenden können, an welchen dasWerfen des Holzes besonders nachtheilig werden könnte. Zu Balken,Trägern, und überhaupt wo das Holz in freier horizontaler Lagegroße Lasten tragen soll, ist es weit unbrauchbarer als Kieferholz,weil es fähig ist, sich durch sein eigenes Gewicht krumm zu ziehen.Zu Streben, Säulen und zu allen Arten vertikal stehender Hölzer istes wegen seiner großen Festigkeit sehr tauglich, und zum Schiffbauverdient es vor allen andern Hölzern den Vorzug.
In der Gegend von Berlin findet das Eichenholz die häufigsteAnwendung in der Baukunst, für die Verfertigung der Fensterrahmen,wozu aber das Holz mit der größten Sorgfalt gewählt werden muß,indem das geringste Quellen und Werfen hier sehr nachtheilig wird.Für diesen Zweck wird es, durch Einsumpfen in Wasser, soviel wiemöglich von dem Gerbestoffe und andern in Wasser auflöslichen Be-standtheilen befreiet. Auch wird es zu Mcubeln und andern Tischler-Arbeiten benutzt.
Ein Rheinl. Kubikf. trockenes Eichenholz wiegt 47 — 50 Pfund.)
(Accum I. Bd. S. 92.) Zusatz d. Uebers.
3. Die Haageiche oder Spei seiche deren lateini-
scher Name, sowie ihre griechische Benennung kliexos auf eine Ei-chenart deutet, deren Eichel eßbar ist, hat kein so hartes Holz, wiedie Stieleiche und ist daher leichter zu bearbeiten, taugt aber nichtsim Wasser, in dem es in kurzer Zeit verfault.
4. Die Zerreicke oder Zirneiche ist eine besondere
Eichenart, welche die Italiener nennen: sie wächst ziemlich hochund sehr gerade; ihr Holz gleicht dem Korkholz, ist jedoch nicht sohart. Scamozzi sagt (in sein /e/ea
xar'to //, 7, 24, /accr'a 245) von diesem Baume
folgendes: