ZZ4 Kenntniß der Baumaterialien; 1. Aktbeül. 5 Kap.
Diesen Verlust schreibt man dem Entweichen von Wasserstoff undSauerstoff in dem Zustande von Wasser zu; eS müßte also dieMenge des Kohlenstoffs in dem verlotteren (verfaulten > Holze größerseyn, als in demselben Gewichte frischen Holzes, welches keineswegsder Fall ist.
Erfolgt aber die Fäulniß des Holzes im Wasser, so daß der Zu-tritt der Luft abgehalten wird, dann wird das Holz weiß und leichtund enthält eine geringere Menge Kohlenstoff, als wenn es frisch ist.
Es wäre für das praktische Leben in vieler Rücksicht wichtig, dieverhältnißmäßige Dauer der Hölzer zu kennen; allein diese Kenntnißfehlt uns jetzt noch ganz. Wissen wir gleich aus Erfahrungen,daß diese und jene Holzart unter gewissen Umständen länger dauert,als eine andere, so können wir doch nickt befriedigend erklären, woheres kommt, daß manche Holzart, die im Allgemeinen sehr lange zudauern pflegt, zuweilen eine auffallend kurze Dauer hat, und daßauf der andern Seite manche Holzart, die gewöhnlich nur von kurzerDauer ist, manchmal sich sehr lange hält, ohne Spuren der Faü!nißzu zeigen.
Hartig (Versuch über die Dauer der Hölzer. 1822. tz^ite 6.)sah beim Abreißen eines alten Hauses eine Wandschwelle von Espen-bolz (^populu, tremiil»), die noch knochenhart war, und Neben der-selben lagen Stücke von Eichenholz, die schon stark angefault waren;in der Mauer eines verfallenen Schlosses fand er ein Stück Birken-holz eingeklemmt, das einige Jahrhunderte alt war und noch keineSpur von Fäulniß zeigte.
Wahrscheinlich trägt die Jahreszeit, in welcher das Holz gefälltwird, sowie auch der Boden, worauf es gewachsen ist, und das Alter,in welchem es gehauen wurde, viel zur Bewirtung einer längerenoder kürzeren Dauer desselben bei. — Einige Hölzer sind durch ihrenHarzgehalt gegen die Einwirkung der Luft und den Wurmfraß eini-germaßen mehr gesichert, als andere, denen dieser Bestandtheil fehlt.
Die Erfahrung hat gelehrt, daß Holz, welches unter einer un-veränderten Temperatur sich befindet und nicht der abwechselnden Ein,Wirkung der Luft und Feuchtigkeit ausgesetzt ist, ungleich langer un-verdorben bleibt, als wenn dies nicht der Fall war. — Holz, welchesimmer unter Wasser steht, hält sich weit länger, als solches, welchesnur von Zeit zu Zeit sich unter Wasser befindet. Selbst viele weicheHölzer, welche fortwährend mit Wasser bedeckt sind, dauem sehr lange