Kenntnis; d. Baumater.; von d. Dauer d. Bauhölzer. 327
dastehen, obgleich Pfähle von denselben Holzarten, die mit keinen oderandern Schutzmitteln versehen waren, schon ganz abgefault sind.Endlich daß diejenigen Pfähle, welche mit Oelfarbe bestrichen, undmit Blech so beschlagen sind, daß 6 Zoll vorn Bleche über der Erdeund 8 Zoll davon unter der Erde sich befinden, bis jetzt von derFäulniß nicht im mindesten gelitten haben.
Diescmnach erscheint das Anbrennen der Pfähle, wenn derBrand 1 Fuß über und 1 Fuß in die Erde kommt, und das öftereBestreichen der gebrannten Stellen mit Theer aus Nadel-holz oder aus Steinkohlen als das beste, leichteste und wohlfeilsteMittel zur Vermehrung der Dauer des in die Erde gesetzten Holzes.
Die Unzcrstörbarkcit des verkohlten Holzes war schon in den äl-testen Zeiten bekannt. Der berühmte Tempel von Ephesus war aufhölzernen Pfählen erbaut, die zu ihrer Erhaltung auf der äußernSeite verkohlt waren. In neuern Zeiten hat man in dem Bette derThemse, unweit London , eichene Pallisaden an der Stelle gefunden,wo Taeitus sagt, daß die Dritten eine Verpfählung gemacht hätten,um den Uebcrgang des Julius Cäsar mit seiner Armee zu verhin-dern. Die Pfähle waren in das Bette des Flusses zu einer beträcht-lichen Tiefe eingerammt, und hatten nicht nur ihre Form vollkommenbeibehalten, sondem waren auch durchaus unversehrt geblieben.
Schutzmittel, Holz gegen das rasche Verbrennen
zu sichern.
Herr Professor Fuchs in München hat einen Anstrich erfunden,welcher unter den zahlreichen Vorschlägen, Holzwerk u. s. w. gegendaS rasche Verbrennen zu schützen, die Aufmerksamkeit des Publikumsverdient. Der Anstrich ist leicht zu bereiten und nicht kostspielig. DieKörper erhalten dadurch einen glasartigen Ucberzug, welcher ausder Luft nicht nur keine Feuchtigkeit anziehtsondern der vielmehrhart und spröde wird, und als eine Art Glassirniß angesehen wer-den kann.
Die erste Anwendung dieses Glassirnisses geschah beim Theaterzu München , nachdem die feucrabhaltendc Eigenschaft desselben zuvorvon einer Commission war geprüft worden. — Die Basis diesesSchutzmittels ist eine Verbindung der Kieselerde mit Kali oder Natrumund zwar eine Verbindung, welche bis jetzt unbekannt war. Pros.Fuchs nennr diese Zusammensetzung Wasserglas. Der Chemiker