Kenntniß der Baumaterialien; von dem Eisen. 337
»auch andere Stoffe, Schwefel, Phosphor, Kiesel, Magnesium,»Mangan rc. beigemengt, welche das Eisen zum Theil auflöst.
»Der Kalk und andere Erden verbinden sich zu einem unklaren»Glase, Schlacke, welche auf dem geschmolzenen Eisen schwimmt»und es gegen den Einfluß der Luft schützt.... Je besser und voll-mundiger die Reduktion im Ofen geschieht, desto weniger Eisen ent-hält die Schlacke, so daß man durch fleißige Untersuchung derselben»mit der Zeit die vortheilhafteste Behandlung wird ausmitteln können.»Man läßt sie von Zeit zu Zeit durch eine höhere Oeffnung ab, bis»sich endlich genug Eisen gesammelt hat, welches man dann in Sand-»formen herauslaufen läßt, wo es in der verlangten Gestalt, gewöhnlich»nur zu länglichen Stücken, Gänsen, erstarrt und Guß- oder Roh-eisen genannt wird.
»Letzteres enthält mehrere fremde Stoffe, vorzüglich aber Kohle;»diese alle muß man durch Verbrennen, Frischen, in eigenen Oefen»entfernen, wo man es unter einer Decke von Kohlen (durch die Koh-»len hindurch) umschmelzt, während die Blasebälge auf seine Obcr-»fläche wirken. Auf dieser bildet sich nun die Frischschlacke, vor-zugsweise aus leichtflüssigem kieselsaurem Eisenoxydul bestehend, welche»aus der Kieselsäure der Kohlcnasche erzeugt wird, und worin der»Sauerstoff der Kieselsäure nur eben so viel oder weniger beträgt, als»der des Oxyduls. Das Eisen oxydirt sich hierauf zugleich mit der»Kohle; es wird dabei umgerührt, wobei sich die Schlacke mit dem»flüssigen Eisen mengt. Bei einer gewissen Hitze verwandelt sich die»Kohle des Roheisens durch den der Schlacke mechanisch beigemengten»Sauerstoff in Kohlenoxydgas, welches eine Art Aufkochen des Eisens»bewirkt und an dessen Oberfläche mit leuchtender Flamme verbrennt.»Das der Kohle beraubte, gefrischte, Eisen wird immer weniger»flüssig und erstarrt zuletzt. Es zerfällt dabei in Krumen, die man»in Klumpen, Luppen, zusammenballt, unter das Hammerwerk»bringt und ausscheidet, indem man sie dreimal wieder im Ofen»erhitzt. Dieses Verfahren heißt in Schweden das deutsche Frischen.
»Das gefrischte Eisen schmiedet man unter großen Hämmern,»wodurch die mechanisch eingcmengte Schlacke wieder ausgepreßt und»ihm dann die Gestalt von Stangen gegeben wird: es heißt nun»Stabeisen, Schmiedeiscn. Das reinste Stabeisen enthält immer»gegen '/-s° Kohle und '/2000 Kiesel. Ohne diese Zumischung wäre»es für technische Zwecke zu biegsam und würde sich zu schnell abrnrtzen.
Rcndelct's Kunst zu bauen. I.TH. 22