Keimtn. d. Baun,.; v. d. verschied. Arten Gußeisen. Z 39
Physische und chemische Eigenschaften des Gußeisens .
Guß- oder Roheisen nennt man das aus dem Eisenerz zuerstausgeschmolzenc Metall. Es enthält stets Kohlenstoff, immer eine kleineMenge Erdmetalle, vorzüglich Kieselmetall, bisweilen Magnesium,auch wohl Mangan, Phosphor und Schwefel: eS hat meistens einedunkelgraue oder schwärzliche Farbe, bisweilen ist es zinnweiß. Ge-wöhnlich ist es so harr, daß es der Feile widersteht: es ist ausnehmendspröde, aber schmelzbar, und läßt sich gießen. Sowohl das Gußeisenals das Stabeisen besitzen vor allen Metallen die Fähigkeit, magne-tisch zu werden.
Verschiedene Arten Gußeisen.
Man kann das Guß- oder Roheisen in zwei Hauptarten einthei-len. Weißes Gußeisen hat eine beinahe zinnweiße Farbe, einstrahlig blättriges Gefüge, ist sehr hart und spröde, so daß es sichweder feilen, drechseln, noch bohren läßt. Man hat zwei Spielartenvon weißem Gußeisen, die eine Art ist sehr dünnflüssig in einer sehrhohen Temperatur, die andere ist dickflüssig. Das dünnflüssige wirdauch dünngrelles Gußeisen genannt; es hat einen feinen glänzen-den Bruch und liefert poröse Gußwaarcn, die bei dem Erstarren eineunebene und oft convexc, löcherige, undichte Oberfläche bekommen.Es verliert seine weiße Farbe nicht, man mag es nach dem Schmelzenschnell oder langsam abkühlen.
Das dickgrelle oder dickflüssige Gußeisen hat ein strahligeS, oftblättriges Gefüge, einen außerordentlich glänzenden Bruch mit spie-gelnden Flächen, ist so hart, daß es Glas ritzt, sehr spröde, nimmtvom Hümmer keinen Eindruck an, widersteht der Feile und dem Meißel.Es schwindet sehr bei dem Erstarren, und wird, wenn man es plötz-lich abkühlt, so spröde, daß die Gußstücke vor dem völligen Erkaltenoft springen. Während des Schmelzens oxydirt es stark und erzeugtviel Glühspan. Auch bei einem plötzlichen Wechsel der Temperatur istes geneigt, wie Glas zu zerspringen. Es ist daher zu Gußwaaren imAllgemeinen nicht gut geeignet.
Graues Gußeisen (auch gares genannt) kann ebenfalls inzwei Spielarten eingetheilt werden: in lichtgraues und schwarz-graues. Ersteres hat ein feines Korn, einen dichten vieleckigen scharf-kantigen Bruch, schmilzt später als weißes Roheisen, und ist ziemlich