Kenntniß».Baum.; Mauersalz, welch, an GebLud. sich erz. 489
Der an den Grundmauern vieler Gebäude auswitternde Salzbe-schlag verdankt seine Entstehung sehr oft solchen Ocrtlichkeiten. Manfindet, daß dieses Uebel vorzüglich da vorhanden ist, wo Rinnsteinenahe an den Grundmauern der Gebäude sich befinden, und dieses isteine dringende Ursache, selbige bei neuen Pflasteranlagen weiter abvom Gebäude zu verlegen. — Der an Gebäuden vorkommende Mauer-fraß ist gemeiniglich Kalksalpctcr.
Zur Erzeugung desselben ist nichts weiter erforderlich, als stick-stoffhaltige organische, also vorzüglich thierische Stoffe, und Kalkcrde.Der durch den Prozeß der Fäulniß aus seiner Verbindung tretendeStickstoff verbindet sich unter Mitwirkung des Ammoniums, das sichals Product der Verwesung entwickelt, mit dem Sauerstoffe der Lust,und so entsteht Salpetersäure, die alsdann sogleich sich mit der Kalk-erde des Mörtels verbindet, und Kalksalpeter erzeugt.
In Berlin wittert dieses Mauersalz vorzüglich an solchen Gebäu-den aus, deren Grundmauern durch die allmälige Erhöhung des Stein-pflasters beträchtlich tief verschüttet worden sind. — Zuweilen enthältder Maucrsalpeter eine beträchtliche Menge wahren Salpeter, oder sal-pctcrsaures Kali; dieses findet jedoch nur an den Wänden der Vieh-ftällc, an den Hintergebäuden der Wohnhäuser und an anderen Or-ten statt, wo Holzasche und andere Stoffe die Erzeugung dieses Sal-zes begünstigen. Die Auswitterung der salpetersauren Mauersalze er-folgt rascher an solchen Stellen, wo kein direktes Sonnenlicht dieMauer trifft, wo ruhig stehende Luft und Feuchtigkeit herrscht, undvorzüglich an der Nordseite des Gebäudes. — Salpeter kann aber auchan solchen Orten entstehen, wo weder thierische noch vegetabilischeStoffe zersetzt werden.
Eine andere Art Mauersalz, welche an einigen öffentlichen Ge-bäuden in Berlin bei trockener Witterung sich bildet, und aus koh-lensaurem Natrum bestehet, verdankt ihren Ursprung der Gegenwartdes Kochsalzes, mit welchem das Erdreich, worauf das Gebäude steht,durchdrungen ist. Allen Beobachtungen gemäß findet man diesen Salz-beschlag allein unten an den Mauern, einige Fuß über der Erde, wosie feucht sind, selten höher, und vorzüglich an solchen Gebäuden,deren Grundmauern aus Kalkstein erbaut sind. Unter solchen Um-ständen findet eine allmälige Zersetzung des Kochsalzes durch die Ein-wirkung des Kalksteines statt, bei welcher kohlensaures Natrum an derLust efflorescircnd sich abtrennt. Der Kalk, ob er gleich in der chemi -