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Zweiter Band.
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209
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Von den sphänschen und sphäroidischen Gewölben. 209

für die Schnitte und Fugen doppelt gekrümmte Kanten und Flächenentstehen, die außerordentlich schwierig auszuführen sind ').

Die zwei Theile sphäroidischer Gewölbe dieser Art, welche amEingang und an der Haube des Chors der Genovevcnkirche ausgeführtwurden, sind es nach dem Verfahren Frezier's; wir haben dasselbeauch befolgt bei dem durch die Fig. 4, 5, 6 und 7 dargestellten Ge-wölbe. Um mit mehr Genauigkeit zu verfahren, muß man außer denwahren Lengen der Curven, welche die Kanten der Vertikalfugen bilden,auf dieselbe Werfe noch die zweier anderer xk und lli suchen, welchedie Länge des Steins in drei Theile theilen, nach denen man Zwi-schenlehrbogen formirt, um die innere Steinfläche mit mehr Genauig-keit formiren zu können. Oben und unten macht man Schnitte mitHülfe eines Schrägmaßes, dessen einer Schenkel krumm ist und dessengerader Schenkel senkrecht auf jeder Curve seyn muß.

Fig. 7 stellt einen Gcwölbstein der zweiten Reihe mit Andeutungder Steinmasse vor, in welcher er ausgeführt ist; die Buchstaben ent-sprechen den Figuren 4 und 5.

Diese Verfahrungsart ist die allein passende, wenn die innereGewölbfläche mit viereckigen Feldern, wie die in Fig. 11 vorgestellten,geziert werden soll. Hindert indessen nichts die Anordnung des Fu-genschnitts, so wählt man diejenige, welche der Formation der Gewölb-fläche am meisten angemessen ist.

i) Alle Autoren über den Steinschnitt, welche ihn für sphäroidischeGewölbe auf einer oralen oder elliptischen Basis angegeben haben, sind inzwei Irrthümer verfallen. Der eine betrifft die Projektionen der Horizon-talfugen, wclcke sie als gleichweit von einander entfernte Ovale oder concen-trische Ellipsen sich gedacht habe»; der andere besteht darin, daß sie in dernämlichen Projektionsebene die Vertikal:',igcn durch gerade nach dem Mittel-punkt gerichtete Linien anzeigten. Frezier hat diese fehlerhaften Ausführun-gen zuerst aufgefunden und gezeigt, daß die Projektionen der die Gewölb-steinreihen anzeigenden Horizontalfugen in, Grundriß durch einander ähnliche,aber nicht gleichweit von einander entfernte Ellipsen oder Ovale ausgedrücktwerden müssen. In Betreff der die Gewölbsteine jeder Reihe trennende»Vertikalfugen erkannte er, daß sie durch krumme Linien auszudrücken seyenund er seht hinzu: »daß dieß räthlich wird, wenn die Anzakl der Gewölb-steine klein ist, damit die Krümmung bemerklich werde; aber wenn die An-zahl der Steine groß ist, so können sie, jeder für sich, ohne merklichen Fehler,gerad genommen werden, weil sie nur sehr kleine Theile einer Curve aus-machen, deren Biegungen nickt beträchtlich sind.«

Nondelet's Knust zu bauen. II. Th. 14