220 Schreiner - oder Tischlerarbett; 1. Abth.
Nach dem Zeugnisse Vitruv's ') wurden bei den Römern nur dieThüren, Plafonds und die Abtheilungen der Gebäude von Tischler-arbeit gemacht; sie gaben ihnen den Namen apus int^tmum.
In unserem Klima zu einem Mittel, die Wohnungen gesund zumachen, dienend, hat sich diese Kunst bei uns sehr entwickelt und dieArchitektur hat oft aus ihr den größten Nutzen für die Dekorationgezogen.
Eigenschaften der zu Bau-Tischlerarbeiten am meistengebraucht werdenden Holzarten °).
Die Holzarten, welche zur Tischlerarbeit am häufigsten angewen-det werden, sind: die Eiche, besonders die Steineiche und die Stiel-eiche, der Kastanicnbaum, der Nußbaum, die Hainbuche, die Tanne,die Fichte, die Kiefer und die Pappel.
Von der E i ck e.
Die Qualität des Holzes ist an Bäumen einer und derselben Artmehr und weniger verschieden, aber in Betreff des Holzes zur Tisch,lerarbeit ist es fast nur die Eiche, welche eine besondere Auswahl er-fordert. Denn, abgesehen von der Verschiedenheit der Eichen-Arten,bietet dieses Holz auch nach der Natur des Bodens, auf welchem eswächst, merkwürdige Verschiedenheiten in der Qualität dar. So ist,von den beiden harten Arten, welche wir in Frankreich anwenden,dasjenige Holz, welches man bois krsn^oi« nennt und aus Bour-bonnais kommt, rauh, knotig, und schwer zu verarbeiten'); es hateine bleichgraue Farbe, wirft sich gewöhnlich und ist nur zu grobenArbeiten geeignet, welche bloß Festigkeit erfordern; besonders darf manes niemals zu Füllungen gebrauchen, weil diese dem Zerspringen und
11 Im 4. Kapitel des 4. Buches und im 7. Kapitel des 6. Buches.
2) Die Schrift von Rondo Sohn, über die Tischlerkunst, enthält unlereiner Menge einzelner Dinge, die jetzt aus der Mode gekommen sind, eineReihe praktischer Bemerkungen, wovon einige ihr eigen sind nnd derenKenntniß wichtig ist. Folgendes ist znm Theil ein Anszug aus dieser Schrift,welche wir in diesem Buche öfters zu citircn Gelegenheit haben werden.
3) Nach Vitrnv (2. Buch 9. Kapitel) kommen diese Eigenschaften dergewöhnlichen Eiche (Stieleiche) zn. Es ist nickt überflüssig, im Vorbeigehenzn bemerken, daß die Lercke nnd die Tanne (^pines) diejenigen Holzartensind, welche dieser Schriftsteller oe>rznglich zu Tischlerarbeiten bezeichnet.