Von den Lambricn und Bretterwänden.
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für ihre Dekoration gewährt. Mein bevor dieses Prinzip seine An-wendung auf die Tischlerarbeiten finden konnte, mußte man zuerst,nach einer großen Anzahl fruchtloser Versuche, die Bewegung derHölzer zu bezwingen (pvur «lompter Ic-^c-u «le« boi»), Tafel 0XXX1,Figur 12 bis 22, zu der Erkenntniß gelangen, daß das einzige Mittel,den auS ihrer hygrometrischcn Eigenschaft folgenden Zufällen zu be-gegnen, darin bestehe, dieser Wirkung einen ganz freien Spielraumin der Richtung, in welcher sie hauptsächlich erfolgt, zu lassen und soviel als möglich die Fugen nach der Breite der Dielen auf der Ober-fläche zu vermeiden.
Der erste Versuch dieser Art war unstreitig die Verbindung mitverdeckten Fugen (a Points recourerts), Figur 19, bei welcherdie Dielen mittelst Ruthen und Federn in einander eingreifen, ohnesich an den Rändern zu berühren, so daß die Differenzen, welche dasQuellen und Austrocknen des Holzes verursachen, sich in der Tiefeder Ruth verlieren, ohne daß davon etwas von außen sichtbar werde.Erfahrung und Uebung ließen bald den Nutzen entdecken, den manaus diesem verständigen Kunstgriff ziehen konnte. Statt die Kraft aufdie ganze Ausdehnung der Vertäfelung gleichförmig zu vertheilen, faßteman sogleich die Idee eines Snstcms auf, wonach die Felder durchstärkere Hölzer abgetheilt und die Zwischenräume mit geschnittenenHolzblättchen ausgefüllt wurden. Daraus entstanden lange undschmale Füllungen, Figur 2 der Tafel DXXXl V, wie man deren nochin einigen alten Gebäuden bemerkt'). Endlich, von dem Wunsche
i) Nach der Figur, welche sich unten auf der 26. Tafel des 3. Theilsdes Werkes von Mazois, über Pompeji , befindet und eine in Stuck ausge-führte blinde Thüre, — als Gegenstück einer wirklichen Thüre, die sich indem mit dem Namen »Schule der Walker» bezeichneten Gebäude been-det — darstellt, sollte man glauben, daß auch die Alten ihren Füllungen vonTischlerarbeit nur sehr wenig Breite gaben.
Virruv zeigt im 6. Kapitel des 4. Buches die bei den Abtheilungen derTempelkhüren zu befolgende Säulenordnung an; allein es ist zu bemerke»,daß dieser Schriftsteller die Art und Weise, wie sie gemacht werden sollen,nicht erklärt. Zwar stellen die nach seinen Andeutungen gezeichneten Figurendie Nachahmung des Verfahrens der antiken Tischlerkunst getreu dar, alleines scheint, daß mau in der Folge die nämlichen Abtheilungen beibehielt undein anderes Material wählte, wie man es bei den Säulenordnungen gethanhatte. Die Thüren von Bronze an dem Pantheon zu Rom bieten ein köst-liches Beispiel dieser simulirten Tischlerarbeit dar.
Rondelet's Kunst zu bauen. ltl. Th.
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