Von den Orgelgehäusen und den Kanzeln. 29 l
verziert, auf welchen Vasen, Figuren oder musikalische Sinnbilder ge-stellt werden.
Die zurücktretenden Flächen, welche Pfeifen von ungleicher Längeenthalten, schließen sich mittelst konsolartigen Umrissen und andererOrnamente, welche der Disposition und dem Geschmack deS Orgel-bauers ganz überlassen bleiben, an die Thürmchcn an.
In den zurücktretenden Flächen, wie auch in den Thürmchen, ver-steckt man die Enden der Pfeifen durch ausgeschnittene Ornamente.
Die Gesimse werden auf den Nebenscitcn fortgesetzt. Die Rück-seite aber besteht aus einfachen Feldern von Füllungen und Querrahmcn,mit Thüren in der ganzen Länge, welche zu den oberen Feldern passen.In der Höhe dieser Thüren bringt man eine Art vorspringender Brücken> an, um die Thüren in Verbindung zu setzen und im Innernarbeiten zu können.
Die Orgelgehäuse erfordern eine größere Festigkeit als andereTischlerarbeiten, weil die geringste Erschütterung den Mechanismus derOrgel verrücken kann. Die Dicke der Rahmhölzer muß bei den kleinenGehäusen 2 bis 3 Zoll, bei den mittleren 4 bis 5 Zoll und bei dengroßen 5 bis Y Zoll betragen. Die aufrechten Stücke an den Thürm-chen müssen bis auf den Boden der Orgelbühne heruntergehen undmit Querriegcln und Strebebändern verbunden werden. In der Höhedes Architravs und des Kranzes des Postaments müssen große Quer-hölzer, wenn es möglich ist, die ganze Länge der Orgel bilden; kannman diese aber nicht aus einem einzigen Stücke machen, so muß manmehrere durch Hakenkämme zusammensetzen. Auf der Rückseite derOrgel wird ebenfalls ein Querholz angebracht, um alle Theile der Ver-bindungen fester zusammen zu halten.
Es würde überflüssig seyn, über die Art der Verbindungen in eineweitere Erörterung einzugehen. Nach dem oben Gesagten kann hier-bei nichts Eigenthümliches vorkommen, als Form und Zeichnung, welchevon dem Geschmack des Orgelbauers abhängen.
Da die Orgeln aus Pfeifen von verschiedener Länge und Dickevon polirtem Zinn zusammengesetzt sind, welche das Instrument charak-terisiern und zieren können; so kommt es darauf an, die Pfeifen der-gestalt anzuordnen, daß sie ein gefälliges Ganze bilden, welches demSpiel des Instruments nicht hinderlich seyn könne.
Die Gestalt der Thürmchen und der dazwischen zurücktretendenFlächen, welche bis jetzt angewendet worden, ist nicht die einzige, von