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Schau-Platz der alten und neuen Fortifications-Maximes ... / durch Johann Jacob Wertmüller
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174 Schau⸗Platz der Teutſchen fWann der Feind ſo viel Platz findet/ daß er eine Barrerie von 6. oder g. Stücken machen kan/ damit die klau,qnen zu brechen/ ſo muß man bequeme Platz haben28. oder zo. in Contre- Batterie zu ſtellen..Dieſes alles hat man gar vor Alters am allerſchlüm-ſten beobachtet. Nachgehends aber/ als auff excollrung det Arnilerey- Weſens/ auch die BeveſtigungsArt in eine andere Geſtalt gebracht worden/ hat man fichgleichwol begnügen laſſen/ in einer Flanquen, zu Defen-dirung der vorüber ligenden Face, 3. 4.6. und nicht vielemehr/ gantze oder halbe Carthaunen alſo zu logiren/ daſie von dem Feind nicht geſehen werden koͤnten/ auſſelalsdann erſt/ wann er in den Graben gekommen waltund die Gallerey uͤberbringen wolte an die kace. Das iſtmit einem Wort/ wann er immediate an die gegenüͤbelligende Face feindlich agiren wolte. Darauff hat manmit denen Spaniſchen/ auch in Italien/ in Teutſchland/und ſounſten an ſehr vielen alten Fortificationen annobefindlichen Calamarten geſehen: Ich ſage von denSpaniſchen Calamaten, wellen ſie ſo vie man weiſt/ beyund unter ihrem Krieg auffkommen/ ſo auch der Namnach ſeiner Art mit ſich bringt/ weilen er gantz Spaniſchiſt. Gleichſam Cala a martrare, ein Hauß zun todſchla-gen: Deßwegen heiſt man ſie auch zu Teutſch/ ſonſtelMord⸗Keller/ oder Mord⸗Gruben.

Dieſe ſind ungefehr in die Helffte der Flanquen(weniger oder druͤber) eingeſchnittne Gebau/ einfach odedopplet hinter einander/ mit dunnem Maur werck engtverbauet/ oben gewoͤlbt/ und vor Feur und dergleichenwol verwahret/ mit Schuß⸗Loͤchern: Darinnen ſteheldie Canonen: das forderſte uͤberbliebene Theil denFlanque, wird mit gantzen ſtarcken Steinen gebauet/ untbick in diedtunde/ oder ins gevierte/ und heiſſet anon

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