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Die Befestigungskunst : hergeleitet aus der gegenwärtigen Art des Angriffs und der Vertheidigung, als Grundlage einer verbesserten Befestigungsmethode mit steter Rücksicht auf Staatsökonomie ... : nebst einem Anhang worin der Umriss der Fortification nach einer neuen Ansicht entworfen wird / von L. C. von Reiche
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Sind keine permanente Anlagen dieser Art vorhanden, so muß matt sie zur Zeit der Gefahr in

Holz aufführen und mit Balken und Erde bombenfest überdecken. Sie können freistehend oder unter den

Wallgängen angelegt werden, in welchem letzteren Falle sie an solche Stellen kommen müssen, wo sie, in dieLuft gesprengt oder angezündet, die Fortschritte des Belagerers aufhalten können. Auf diese Art kann man

für die ganze Garnison und für die Besatzung in den Festungswerken die gehörige Anzahl bombenfester

Wohnung?» in kurzer Zeit erbauen, wenn man für das erforderliche Material und die Bearbeitung dessenben gehörig Sorge getragen hat.

Auch kann man in den befestigten Oertern sehr bald zum Zwecke gelangen, wenn man bei denjeni-gen Häusern, die sich ihrer Lage, Einrichtung und Dauerhaftigkeit nach, am meisten dazu schicken, das Dachund nöthigenfalls ein ganzes Stockwerk abtragen und sie mit Balken und Erde bombenfest bedecken läßt.Diese Arbeiten sind in den bedrohten Festungen von der höchsten, Wichtigkeit und sie müssen die ersten sein,die angefangen werden.

12. Die Defensions- Casematteu, wie sie gewöhnlich eingerichtet werden, sind nochmit vielen Mängeln und Unbequemlichkeiten behaftet.

Seit der Erfindung des Wurfgeschützes ist die Nothwendigkeit der verdeckten Feuer zur niederen Ver-theidigung des Grabens immer fühlbarer geworden, daher man bei denjenigen Festungen) wo es an nichtsfehlen soll, wenigstens zur Bestreichung des Hauptgrabene, Defensions-Casematten angebracht hat.

Fast sämmtliche casemattirte Batterien dieser Art, wenn sie nicht Revers- Casematteu sind, habenden großen Fehler, daß der Feind sie mit, zu großer Leichtigkeit von der gegenüberliegenden Contrescarpedes Grabens emschieße» kann. Sobald der Belagerer seine Contre-Batterien fertig hat, so werden sie inkurzer Zeit zerstört fein, ohne der Vertheidigung einen andren Vortheil, als vielleicht Sicherheit gegen einengewaltsamen Angriff, verschafft zu haben, welches, bei ihrer gegenwärtigen Einrichtung, in der That dergrößte und beinahe der einzige Nutzen ist, den sie gewähren.

Der zweite Nachtheil, der zuweilen bei ihnen angetroffen wird, ist der Pulverdampf. Die Mei-nungen sind hierüber eben so verschieden, als die Resultate, die aus den verschiedenen Versuchen h-rvorge«gangen sind, so daß hierüber eigentlich noch nichts bestimmtes entschieden und festgesetzt ist. Soviel ist nunwohl ausgemacht, daß die Unbequemlichkeit des Pulverdampfcs am wenigsten bei Cafematten Statt findetdie hinten offen sind, und bei welche» ein beständiger Luftzug vorhanden ist; daher es bei Anlage der ca«ftmattirten Batterien ziemlich allgemein als Grundsatz angenommen ist, sie jederzeit hinten offen zu lassen.

Es scheinen demungeachtet doch Fälle möglich zu sein, wo der Pulverdampf, selbst bei hinten offenenCasematten, der Vertheidigung lästig fallen kaun, indem das Zurücktreten des Pulverdampfts nicht immervermieden werden kann. Das Zurücktreten des Pulverdampfes entsteht nehmlich daher, daß das Gleichge-wicht der atmosphärischen Luft vor den Schießscharten, durch das Abfeuern des Geschützes, plötzlich gestörtwird und dasselbe sich nun wieder herzustellen sucht, wodurch, wegen der hervorgegangen«» starken und plötz-lichen Compression der äußern Luft, ein starker Druck gegen die Schießscharten einsteht, welcher den Pul-verdampf offenbar zurückhalten muß. Ist alsdann die Richtung des Windes zudem noch ungünstig, odersind die Casematteu, wie es gewöhnlich zu sein pflegt, von beträchtlicher Tieft und müssen wohl gaxHintern Oeffnungen, des Emschlagens der feindliche!. Bomben wegen, verblendet werden, so ist ^ sthxwahrscheinlich, daß der Pulverdampf der Vertheidigung sehr lästig fallen muß.