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1 (1857) Chronik der Erdbeben in der Schweiz / G. H. Otto Volger
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— 1703.]

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lagen haben’ venneint, sic werden nicht nur gewieget, sondernstark umher geschüttelt.”

1703. Am 10. Februar, Morgens 7 Uhr, neues Erd-beben iin Kanton Glarus . „Es kam daher ein rauschen inder Luft, darauf erzeigte sieh eine empfindliche Erschüttung,und bewegung der Iläusercn, ohngefähr ein halbe stund her-nach, und nach verflossenen 24 stunden — also am 11. Febr.—empfunde man solche bewegung wiederum, aber nicht so stark,als das erste mal, in beyden Gemeinden, doch dissmal in B ett-schwanden stärker, als in Lintthal.”

Bei allen obigen Erschütterungen erfolgten oft Felsstürze„in den Alpen” 30 ).

Am 4. Oktober Erdbeben zu Aarau beobachtet 31 ).

Am 4. Nov., Moi^cns4Uhr, Erdbeben in Aarau 32 ).

3n ) Alles Obige von 1701 —1703 nach Scheuchzer: Beschr. d. Naturg.d. Scliw. I, 1706, p. 118. 119. 120, nach gleichzeitigen Nachrichten, „wie siemir zur Hand kommen”. — Perrey: Mein, de l’acad. de Brux. T. XIX,p. 40—42, giebt gleichfalls diese Liste nach Scheuchzer. Auf Ereignisse ausobiger Leihe beziehen sich die allgemeineren Angaben von Merian, p. 8. —v. Ilofl' 4, p. 353, zit.: Bertrand, p. 84. Hier wird der Beginn dieser Er-schütterungen auf den 9. August 1701 gesetzt — vermutblich entweder eineinfacher Druck- oder Schreibfehler, oder eine Kestituirung des alten Styls,in der Meinung, dass der 19., welcher angegeben ist, nach neuem Styl ge-setzt sei, was aber nach Sclieuclizer’s Datirung keineswegs der Fall war.Oder sollte Schemhzer’s Verzeichniss nicht mit den ersten StösSen beginnen?— Man könnte zu diesem Verdachte einen weiteren Grund finden in einerAngabe Seyfart’s, p. 95, dass vom 13. bis 28. August alten Kalendersim Kanton Glarus Erdbeben verspürt seien, „welche sich zum Theil mit gros-ser Erschütterung, Klopfen, Krachen, ja also hören lassen, als wann die Erdeuntergraben, oder viel Stüke auf einmal losgebrannt würden: Olmerachtetnun viele Steine und Felsen ablielen, so gieng dennoch alles ohne Schadenab.” Eine Quelle fühlt Seyfart für seine Angabe nicht an; der späterenStösse erwähnt er nicht. — Ebel (Bau der Erde im Alpen-Gebirge , I, 1808,p. 351) sagt: vom August 1701 bis Februar 1702 sind im Kanton Glarus „37 Erd-erschiitterungen verspürt worden, deren Richtung vom L i n t h - Thal quer durch’sSernft-Thal nach Miillihorn, von hier quer über den W all en s t e dt e r-See, durch’s obere Toggenburg und durch die Landschaft Sax fortgieng.”Derselbe notirt (Msc.): „von 1701 im August bis Februar 1703 verspürte man37, nach anderen Beobachtern 80 Erdstössc, hauptsächlich im Hintergründedes Glarner -Thales bis gegen Schwanden.”

31 ) Bronner a. a. O. I, p. 311, zit.: Handschrift der Chronik von Aarau .

32 ) Privatmittheilung nach Aarauer Chron. — Vielleicht gehört diesesErcigniss demselben Datum des folgenden Jahres an.