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Auf eine Anzeige des Obersten des Granges, daßes ihm gelungen sei, einige böhmische Jäger zu engagiren,erhielt derselbe den 1". September den Bescheid:
„Mein lieber Lbrister des Granges . Auf Euer„Schreiben vom 14. dieses wegen Anwerbung der Ja-„ger-Augmentation habe ich Euch in Antwort melden„wollen, daß es eben nicht lauter Böhmen sein sollen,„sondern nur einige von daher; die die Wege und Ge-benden gut kennen und daherum Bescheid wissen, die„übrigen müßt Ihr sehen aus andern Ländern, aus„dem Reiche und so zu kriegen. Es brauchen auch das„nicht lauter gelernte Jäger zu sein, sondern Ihr könnt„auch andere gute Leute darunter mit anwerben, die„auch feine Jäger sind. Die müssen sich denn exercie-ren im Schießen, und können das balde lernen. Hier-„nach habt Ihr Eure Anstalten weiter zu machen, und„alles gehörig zu besorgen. Ich bin Euer rc.
Am 4. October 1784 waren 128 Jäger-Augmenta-tions-Mannschaften beisammen und wurden in die vorhan-denen 6 Jäger - Kompagmeen vertheilt. Nicht alle warengelernte Zager; es waren auch andere gewandte und für denZägerdienst geeignete Leute angenommen worden. Bei demBericht dieser, dem Befehle gemäß, so weit bewirkten erstenAugmentation hatte der Oberst des Granges gebeten,diesen angeworbenen Jägern Hirschfänger zu bewilligen,welche sie nach der Bestimmung des Königs nicht erhaltensollten. Er hatte dies Gesuch dadurch motivirt, daß dieLeute den Hirschfänger zum Verhauen und sich Platz zumachen, unentbehrlich gebrauchten, und daß nächstdem dieWerbung der Ausländer außerordentlich schwer halten würde,so bald bekannt wäre, daß die Augmentations-Jäger garkeine Hirschfänger tragen sollten, worauf, wie er erklärte:„die Leute vorzüglich piquirt sind und dadurch die Ambitioneiniger Maaßen präferabel erhalten wird."
Hierauf nun erließ der König folgende Allerhöchste Ka-binets - Ordre: