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erhielt die Bestimmung, diese Festung einzuschließen. Diebeiden Schützen - Kompagnieen dieser Brigade wurden mit 1Füsilier-Bataillon der Festung zunächst aufgestellt. EinigeZüge Schützen näherten sich hinter kleinen Dcckungs-Gegen-ständen dem Glacis bis auf eine halbe Büchsenschußweite undbeschossen von hier aus die feindlichen Artilleristen und dieBesatzung des Walls sehr wirksam. Unter andern hatte einSchütze, der nach dem Laden seiner Büchse den Ladestock imLauf hatte stecken lassen, damit einen Franzosen durch denKopf geschossen. Man fand den so getödteten Feind am an-dern Morgen auf dem Wall, den Ladestock noch im Kopfesteckend. Die Schützen verloren: 3 Todte, 8 Verwundete.
Durch eine unserer Granaten wurde ein bedeutendes Pul-vermagazin in der Stadt gesprengt und dadurch ein großerTheil derselben in einen Schutthaufen verwandelt, worauf dieFestung kapitulirte.
Am 22. Juni kam die 3. Brigade zur Avant-Gardedes Armee-Corps. Die Schützen rückten mit derselben am26. auf der Straße gegen Compiegne vor. Die 1. Brigadeerhielt den Befehl, la Ferre einzuschließen und einen Versuchzu machen, es in unsere Gewalt zu bekommen. Es wurdemehrere Stunden, aber erfolglos beschossen, worauf die Bri-gade, 1 Bataillon und 1 Eskadron zurück lassend, dem üb-rigen Armee-Corps folgte.
Am 27. früh traf die 3. Brigade nach einem sehr an-gestrengten Marsch in Compiegne ein, bis wohin in derNacht nur ein vorausgeschicktes Detachement hatte gelangenkönnen. Fast gleichzeitig mit ihrem Eintreffen griff der vonSoissons auf Paris zurückgehende Feind, dem durch die Be-setzung von Compiegne der gerade Rückzug verlegt war, denOrt an, um sich des Uebergangs über die Lift zu bemei-stern. Der Feind erreichte bei den vom General von I a-gow so zweckmäßig getroffenen Anordnungen seinen Zwecknicht. Die beiden Schützen-Kompagnieen hatten den Schloß-garten besetzt und machten sich durch ihr wirksames FeuerVortheilhaft bemerkbar. Beim Eintreffen der übrigen Bri-gaden des l. Armee-Corps hatte der Feind von seinem An-
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